„Wir machen jedes Jahr zur Karwoche etwas anderes“, sagt Pfarrer Mag. Peter Neuhuber aus der Pfarre St. Stephan in Wels-Lichtenegg. Im vergangenen Jahr errichtete die Pfarre zum Karfreitag eine Lichtermauer im Altarraum der Kirche: Hans Barth hatte sie entworfen, Rudi Mathe und Pfarrer Neuhuber betätigten sich als Zureicher der Ziegelsteine. Beim Bau wurde darauf geachtet, dass Platz für kleine Kerzen zwischen und auf den einzelnen Steinen ist.
Mauern zu bauen ist ein Symbol für die Trennung von Menschen. Lange Zeit war die Berliner Mauer ein solches Schandmal in Europa. Internationalen Protesten zum Trotz baut die israelische Regierung an einer Mauer, um – wie sie sagt – ihre Bürger vor Terroranschlägen zu schützen. Dass sie damit wichtige Verbindungen für die Palästinenser abscheidet und gleichzeitig den Weg für eine nachhaltige Versöhnung der beiden Völker verbaut, ist die andere Seite der Medaille.
„Die Mauer stellt für mich eine eigene Symbolik dar“, sagt Pfarrer Peter Neuhuber über die Lichtermauer in St. Stephan im vergangenen Jahr, „weil sie geschlossen ist und doch nicht ganz. Die Löcher dazwischen lassen den Schein der kleinen Kerzen zu, sie zeigen unsere Hoffung auf.“ Mauern zu bauen ist ein gutes Symbol für den Karfreitag, weil sie die Realität der Beziehungen zwischen den Menschen zeigen. Aber auf die Lichter der Hoffnung sollte nicht vergessen werden – als Wegweiser der Hoffnung über den Karfreitag hinaus.