Um die Firmkandidat/innen und Erstkommunionkinder in der Vorbereitungszeit zum Gottesdienstbesuch zu motivieren, hat Pfarrer Franz Harant von Pasching ein neues liturgisches Amt erfunden.
Die Sorge treibt jede/n Seelsorger/in um: Wie soll die Zeit der Sakramentenvorbereitung gestaltet werden und welchen Stellenwert hat dabei die sonntägliche Eucharistiefeier? Pfarrer Franz Harant versucht es heuer erstmals mit einem einfachen Dienst: mit dem Entzünden der Altarkerzen. Seit Mitte Jänner holen nach dem Kyrie ein Firmling und ein Erstkommunionkind das Licht von der Osterkerze und bringen es zum Altar. Ein zweites „Firmling-Erstkommunionkind-Paar“ begleitet dieses Geschehen und macht es selber am darauf folgenden Sonntag. So erleben die vierzehn Erstkommunionkinder und fünfzehn jugendlichen Firmlinge den Gottesdienst auf eine besondere Weise.
An den Sonntagen bis zur Feier der Erstkommunion werden in der 1.500-Seelen-Pfarre alle Erstkommunionkinder und Fimlinge diesen „liturgischen“ Dienst zumindest zweimal gemacht haben: das erste Mal begleitend, das andere Mal selbst aktiv. Dieser Weg, die Kinder in den Gottesdienst einzubeziehen, ist mit wenig Aufwand möglich, zeigt aber große Wirkung, freut sich Harant und erzählt von einer berührenden Begegnung: „Einmal sagte ein Firmling zu mir vor dem Gottesdienst: Ich kenne ja mein Erstkommunionkind nicht.“ Beide waren dann überrascht, wie sympathisch sie einander fanden. Der achtjährige Christian berichtete dann zu Hause: „Du, Mama, die Tanja (14) ist eine ganz liebe. Die hat mich so zärtlich bei der Hand genommen.“ Seitdem treffen Erstkommunionkinder und Firmlinge einander schon vor dem Gottesdienst in der Sakristei, um sich bekannt zu machen.
Die Erwachsenen verfolgen dieses Ritual von Anfang an mit großer Aufmerksamkeit. Die Erstkommunionkinder und Firmlinge wachsen so in die Gottesdienstgemeinschaft hinein und werden sicherer bei der Mitfeier des Gottesdienstes, an dem auch teilweise Eltern, Geschwister und Angehörige teilnehmen, die sonst eher selten oder nie in die Kirche kommen.