Zum zweiten Mal wird heuer im Mai in der evangelischen Martin-Luther-Kirche in Linz „Goldene Konfirmation“ gefeiert. Die Feier führt jene zusammen, die vor genau 50 Jahren hier ihre Konfirmation – katholisch der Firmung entsprechend – gefeiert haben. Lektor Franz Feichtinger kümmert sich mit Pfarrer Josef Prinz um die Vorbereitung des für 23. Mai geplanten Festes. Es ist gar nicht so einfach, die nach 50 Jahren in alle Richtungen verstreuten Konfirmanden von einst ausfindig zu machen – doch die meisten freuen sich, dass dieses wichtige Ereignis in ihrem Leben auf diese Weise noch einmal gewürdigt wird. Georg Keimelmayr ist einer von ihnen. Der Konfirmationsunterricht von damals, erinnert er sich, bestand im Erlernen des kleinen Katechismus. Die Kandidaten wurden sodann in der Kirche einer öffentlichen Prüfung unterzogen. Heute wird die Vorbereitung in Projektarbeit geleistet. Die Konfirmanden verbringen ein gemeinsames Wochenende mit Programm, sodass Gemeinschaft wachsen kann. Auch wenn „Gemeinschaft“ damals nicht so im Vordergrund stand, etwas Verbindendes ist doch geblieben – und so holen die Konfirmanden von damals das Erlebnis der Gemeinschaft eben 50 Jahre später nach.
Gleich geblieben ist die Praxis, dass jeder Konfirmand einen Spruch aus der Bibel bekommen hat, der ihn durch das Leben begleiten sollte. Allerdings erhält heute eine Konfirmandengruppe einen gemeinsamen Spruch. „Ich erinnere mich gerne an meinen Spruch, der mir schon Halt gegeben hat“, erzählt Keimelmayr. Und noch etwas sei gleich geblieben: „Die Konfirmation ist ein ganz wichtiges Fest im Leben eines evangelischen Christen.“ Die Begegnung selbst wird Gelegenheit zum Austausch geben – nicht nur, wie es im Leben weitergegangen ist, sondern auch, wie man sich heute als Glaubender versteht.