Ausgabe: 2004/17, Marcel, Callo, Aichern, Bischof, Barmherzigkeitsfest, Dom
20.04.2004
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
In Erinnerung an Marcel Callo
„Hier haben Menschen trotz Leiden und Qualen Beispiele der Menschlichkeit gegeben.“ Mit diesen Worten erinnerte Bischof Maximilian Aichern am Montag, 19. April bei einem Gedenkgottesdienst an den im KZ-Lager Gusen umgekommen Seligen Marcel Callo. Callo war am 19. April 1944 von der Gestapo verhaftet worden und schließlich in Mauthausen an Entkräftung gestorben. Aichern hob die Begeisterung des aus Frankreich stammenden Callo für die Aufgaben der Kirche hervor, besonders seinen Einsatz für junge Arbeiter. Wie der vor 1.700 Jahren ganz in der Nähe ermordete hl. Florian wäre Callo ein Beispiel für heute: „Unsere Zeit braucht Menschen, die nicht mit dem Strom mitschwimmen und die sich für andre einsetzen.
Barmherigkeits-fest im Dom
Rund achthundert Besucher/innen kamen am 17. April 2004 zum Fest der Barmherzigkeit in den Linzer Dom. Pfarrer Josef Michal von Windhaag, Mitveranstalter des geistlichen Tages, war von der bunten Teilnehmerschar beeindruckt: Kinder fühlten sich ebenso angesprochen wie alte Menschen. Karmelitenprovinzial P. Paul Weingartner referierte über „die Barmherzigkeit Gottes, von der uns Sr. Therese vom Kinde Jesu und vom heiligsten Antlitz kündet“. Er wies darauf hin, dass sich Gott der jungen Karmelitin Sr. Therese in einem religiösen Umfeld, das die Strenge Gottes sehr betonte, in einer völlig unerwartet gütigen und barmherzigen Weise zu erkennen gab. Therese habe Gott nicht auf Grund eines Gebotes geliebt, sondern auf Grund der erfahrenen Gottesliebe. Die Ordensfrau schreibt in ihrer Selbstbio-graphie: „Ich bin von Natur aus so beschaffen, dass die Furcht mich zurückschlägt, mit der Liebe aber schreite ich nicht voran, ich fliege ...“