Hans Peter Hurka ist neuer Vorsitzender der Plattform „Wir sind Kirche“. Er ist überzeugt, dass die Glut der Erneuerung von unten brennt.
Für den Wiener Postbediensteten Hans Peter Hurka (53) waren Glaube und Kirche von Kindheit an wichtige Lebensbegleiter. Familie, Jesuitenpfarre und Katholische Arbeiterjugend waren ihm erste menschliche und religiöse Heimat. Als er eine Beziehung mit einer geschiedenen Frau hatte, fühlte er sich plötzlich hinausgedrängt und ausgeschlossen. Ein neues kirchliches Zuhause fand er daraufhin in einer Basisgemeinde der Pfarre Machstraße. „Hier erlebte ich eine neue Form einer am Evangelium orientierten christlichen Gemeinschaft. Durch die Vernetzungstreffen der Basisgemeinden lernte ich, über den Tellerrand der eigenen Pfarre hinauszuschauen und meine eigenständige Verantwortung für die Mitgestaltung der Kirche wahrzunehmen. Nicht als verlängerter Arm des Pfarrers, sondern als getaufter Christ habe ich einen Auftrag, an der Verkündigung des Glaubens und der Gestaltung der Kirche mitzuarbeiten.“ Das sei keine Abwertung des Amtes, meint Hurka. Aber er wünsche sich, dass „wir uns in der Kirche mehr auf gleicher Augenhöhe begegnen und weniger als Oben und Unten.“
Die Ernennung von Kurt Krenn zum Weihbischof von Wien habe ihn, wie viele andere auch, innerkirchlich „politisiert“. So sei er auch zum Kirchenvolksbegehren und zur Plattform „Wir sind Kirche“ gestoßen. Als deren Vorsitzender will Hurka den Dialog mit der Kirchenleitung ebenso führen wie mit jenen, die neue Wege versuchen.