Er kam aus dem Römischen Reich. Was er sprach und wie er lebte, muss zündend erlebt worden sein – so sehr, dass man 1700 Jahre nach seinem Tod das Gedenkjahr an ihn unter das Leitwort „Entflammt“ gestellt hat. Der hl. Florian, Diözesan- und künftig auch Landespatron von Oberösterreich.
Sie kam letzten Freitag zwar nicht aus dem Römischen Reich, aber doch aus Rom: die Instruktion „Redemptionis sacramentum“. Sie handelt von „einigen Dingen bezüglich der heiligsten Eucharistie, die einzuhalten und zu vermeiden sind“. Viel ist von Missbräuchen darin die Rede, von Ärgernissen und Dingen, die „streng und zur Gänze“ einzuhalten wären. Es mag wahr sein, dass die Kraft der Riten nur zum Ausdruck kommt, wenn diese nicht dauernd willkürlich verändert werden. Aber: ob sich Menschen für die Feiern der Kirche begeistern lassen, wenn sie dauernd auf die Fehler aufmerksam gemacht werden, die man dabei machen kann?
Die Sprache des Dokumentes ist kaum geprägt vom Willen zu entflammen. Eindämmen will sie vor allem, und seien es Missbräuche. Vom Mut des Evangeliums, lieber Unkraut stehen zu lassen und erst bei der Ernte die Unterscheidung zu treffen, ist wenig spürbar. So hinterlässt die Lektüre Beklemmung. Die große Weltkirche mit ihren reichen Erfahrungen wäre geradezu ein Umschlagplatz guter Ideen und fruchtbarer Motivation. Statt auszusäen ist man mit der Sprühmethode der Unkrautvernichtung über den Acker „Kirche“ gefahren. Was würde Florian dazu sagen?