Ein Herbststurm war es, der 1989 einsetzte und das Antlitz Europas verändert hat. Demgegenüber ist es nicht einmal mehr ein zartes Mailüfterl, das 15 Jahre später auf dem Kontinent zu spüren ist. Sind in einer schnelllebigen Zeit jene Eindrücke verflogen, als Menschen mit Tränen in den Augen den „Eisernen Vorhang“ überwunden und die trennende Mauer des Kontinents zum Einsturz gebracht haben? Oder haben wir uns mit den Neuen im Hause Europa schon so abgefunden, dass die Freude von damals der Ernüchterung von heute gewichen ist? Die Möglichkeiten, die die Erweiterung der Europäischen Union von 15 auf 25 Mitglieder bietet, sind größer, als Wirtschaftsdaten es auszudrücken vermögen. Das neue Europa wird zur Herausforderung, weil 105 Millionen Menschen nun gleichberechtigt mit am Tisch sitzen.