Mit 4,8 Prozent Vorsprung hat Heinz Fischer doch überraschend deutlich die Wahl zum Bundespräsidenten gewonnen. Für Parteistrategen mögen einzelne Detailergebnisse, wer wen gewählt hat, durchaus interessant sein. Doch die meisten Experten waren sich am Sonntag einig, dass – neben parteipolitischen Präferenzen – drei Themen den Ausschlag gegeben haben: Fischer sei glaubwürdiger für die Beibehaltung der Neutralität, für soziale Gerechtigkeit und für den Weg des politischen Konsenses eingetreten. In einer Zeit der raschen Veränderungen haben sich die Menschen mehrheitlich für „Sicherheit“ entschieden. Ob ein Bundespräsident diese Erwartungen politisch erfüllen kann, ist eine andere Frage. Eines aber ist deutlich geworden: Demokratische Politik muss die Menschen mitnehmen und darf nicht über sie hinwegfahren.