„Wir kochen keine Pfarrer. Darum ist die Bezeichnung Pfarrerköchin falsch“, so die 32 Pfarrhaushälterinnen aus ganz Österreich, die sich in Vöcklabruck zu einer Bildungswoche trafen. Neben Spiritualität und Persönlichkeitsbildung ging es auch um das Selbstverständnis des Berufsstandes. Die sehr unterschiedlichen Formen der Betreuung eines Pfarrhaushalts verlangen nach einer neuen Orientierung, die sich auch in der Berufsbezeichnung ausdrückt. Eine Umfrage ergab, dass ein Drittel das zur Zeit offizielle „Pfarrhaushälterin“ beibehalten will, ein Drittel möchte Pfarrhausfrau genannt werden und das verbleibende Drittel will einen neuen Namen suchen. Über alle Diskussionen hinweg sind sich die Haushälterinnen aber einig: „Wir möchten dazu beitragen, dass die Pfarrhöfe gastliche Häuser sind.“ Durch den Priestermangel sind die Haushälterinnen häufig auch erste Ansprechpartnerinnen in Konfliktsituationen und für Menschen in Not. Das Credo der Haushälterinnen ist einfach, aber für die Pastoral von enormer Bedeutung: „Niemand darf eine Scheu haben, an der Pfarrhoftür anzuläuten.“
Um den Anforderungen gerecht werden zu können, plant die Berufsgemeinschaft eine Ausbildungsakademie für Pfarrhaushälterinnen, die erst kürzere Zeit im Beruf stehen. Angesiedelt könnte der Lehrgang in der Sozial-Fachschule Gaming (Niederösterreich) werden. An der Finanzierung des Modells wird gearbeitet.