Bischof Richard Weberberger freut sich über die Unterstützung durch die Kremsmünsterer Schüler/innen.
Für ihre nachhaltigen Hilfsprojekte wurden Schüler/innen der HS Gaspoltshofen und des Stiftsgymnasiums Kremsmünster mit dem Solidaritätspreis 2003 ausgezeichnet.
Nachhaltig – das bedeutet auch: kontinuierlich, verlässlich. In diesem Sinne waren beide im Vorjahr mit dem Solidaritätspreis der KIZ ausgezeichneten Jugendprojekte nachhaltige Hilfe. „Der Beginn liegt lange zurück“, erzählt Mag. Klaus Thaler vom Stiftsgymnasium Kremsmünster, „Pater Jakob und ich hatten die Idee zum Projekt Esperanca.“ Esperanca bedeutet Hoffnung, in diesem Falle Hoffnung für Schüler/innen aus der Diözese Barreiras in Brasilien, deren Bischof der Oberösterreicher Richard Weberberger ist. Das Projekt befasst sich damit, dass Schüler/innen einer Klasse während ihrer ganzen „Oberstufenlaufbahn“ möglichst viel Geld sammeln und verdienen, daß sie Dom Richard zur Verfügung stellen. Dieser unterstützt damit Schüler/innen bei der Schulverpflegung, beim Schulgeld oder auch in der Erwachsenenbildung (und hier besonders Frauen).
„Die Basis des von unseren Schüler/innen selbst organisierten Projektes in das Café Barreiras, das bei Elternsprechtagen, beim Schulschlussfest, beim Pfarrkaffee o. Ä. zusammen mit einem Infostand aufgebaut und in der Freizeit der Schüler/innen betrieben wird“, erzählt Thaler. Der Lehrer für Geographie und Turnen freut sich über den Solidaritätspreis für die heuer achte Klasse. Dieser Klassenverband ist bereits der zweite, der in der Oberstufe für Bischof Weberberger Geld sammelt und verdient.
Doch nicht nur in die Benediktinerabtei Kremsmünster, auch in seinen Heimatort reichen die Verbindungen von Dom Richard – nach Gaspoltshofen. Die Schulgemeinschaft (Schüler/innen und Lehrer/innen) der Hauptschule unterstützen ihn auf vielfältige Weise und schon geraume Zeit. „Angefangen hat es 1992,“ sagt Schulleiter Dr. Alois Doppelbauer. Am Anfang steht Weberberger selbst, der bei einem Heimaturlaub über die soziale Situation in seiner Diözese berichtete. Im Zentrum der Unterstützung insbesondere bei vorweihnachtlichen Sammlungen steht das Waisenhaus für die Straßenkinder von Barreiras. Auch am Großprojekt „Ein Auto für den Bischof“ haben sich die Schüler/innen und Lehrer/innen beteiligt.
Auch Tansania ist Ziel der Hilfe aus Gaspoltshofen. Der Entwicklungshelfer Franz Hörmanseder schuf den Kontakt zu einer Schule in Kasoma. Dieser Schule schickt die HS Gaspoltshofen einen Bausatz ihres mehrfach ausgezeichneten Solarkochers. „Die Bausätze für unsere Kocher – unsere Schule beschäftigt sich sehr mit alternativer Energie – finanzieren wir nicht zuletzt durch Preisgelder wie den oberösterreichischen Umweltschutzpreis, den wir bekommen haben“, sagt Doppelbauer.
Auch das Preisgeld aus dem Solidaritätspreis fließt einem guten Zweck zu: „Wir finanzieren Solarkocher für eine Schule in Nigeria“, sagt der Schulleiter. In Gaspoltshofen nimmt die Solidarität ebenso kein Ende, wie auch in Kremsmünster nicht: In einer Woche maturiert die Klasse, doch die nächste Klasse, die 5a, hat bereits das Projekt Esperanca übernommen. Das macht die Nachhaltigkeit beider Projekte aus: dass sie Zukunft haben – um Zukunft zu schenken.