Bekannt ist einem Maria McKee vielleicht durch „Show Me Heaven“, das für viele Kuschelrockcompilations und deren Verschnitte verunglimpft wurde. Doch ihren wahren Geniestreich setzte sie 1996 mit „Life Is Sweet“: Es war eine Abkehr ihrer bisherigen Musik und verstörte viele mit halb fertig klingenden skelettartigen Songs, wo es viel schepperte, die Gitarren rau klangen und trotzdem alles von der Stimme McKees zusammengehalten wurde. Ein schmerzhaftes, trauriges Album, das mit einem Happy End und einer Himmelfahrt im epischen „Life Is Sweet/Afterlife“ endet. Und dann, erst sieben Jahre später, veröffentlicht sie ganz unauffällig „High Dive“: Das Skizzenhafte und Unperfekte wich glatter, opulenter und perfekt arrangierter Musik mit vielen Streichern und Bläsern. Und genau daran krankt das Album. Zwar überzeugt der Opener „To The Open Spaces“ durch seine Fröhlickeit noch voll, doch gleich danach folgen „Life Is Sweet“ und „Afterlife“ in neuen Versionen und enttäuschen. Vom Rest heben sich dann nur noch die Stücke „My Friend Foe“, „In Your Constillation“ und „Something Similar“ ab. Alles andere wirkt überproduziert und ist einfach zu viel des Guten.
Maria McKee – Life Is Sweet (1996 – erschienen bei Geffen); Maria Mc Kee – High Dive (2003 – erschienen bei Viewfinder Records).