Ermutigende Signale waren seit dem Friedensschluss auf Ambon im Jahr 2002 zu hören. Beendet schien damit die Gewalt zwischen Moslems und Christen, die in drei Jahren 5000 Tote sowie Hunderttausende Flüchtlinge gefordert hatte. Dabei war das Friedensabkommen selbst für Insider, wie dem seit Jahrzehnten auf Ambon lebenden Tiroler Missionar Josef Haas, keinesfalls ein trickreiches Werk, mit dem der Religionskonflikt nur oberflächlich hätte geglättet werden sollen. Wie schwer heute das christlich-muslimische Gleichgewicht, das über Jahrhunderte akzeptiert war, gestört ist, zeigt die jüngste Entwicklung. Ein „kleiner Funke“ mit 34 Toten, und die Gewürzinseln stehen erneut vor dem tödlichen Abgrund. Aber nicht muslimische Extremisten, sondern eine christliche Splittergruppe war es, die das Feuer jetzt entfacht hat.