Die gerechten Produkte in ihrem Haushalt lassen sofort erkennen: Barbara Kofler zählt zu den Pionierinnen der Weltladenbewegung in Österreich.
Zum Feiern hat Barbara Kofler gleich mehrere Gründe am 8. Mai. Denn am Samstag dieser Woche ist „internationaler Weltladentag“, an dem die Fachgeschäfte für fairen Handel darauf hinweisen wollen, dass „faire Löhne null Hunger“ bedeuten. Und in Kirchschlag (NÖ) wird der bereits 77. Weltladen in Österreich eröffnet. Besonders aber freut die Koordinatorin der Weltläden ein Fest in Graz. In der Murmetropole gibt es den „3. Welt“-Laden, wie ihn viele noch immer nennen, seit 25 Jahren. „Den habe ich mit aufgebaut, und dort habe ich lange gearbeitet“, sagt Kofler. Zuvor war die gebürtige Tirolerin für drei Jahre als Entwicklungshelferin in Brasilien tätig. Dabei halfen ihr die Erfahrungen, die sie bei der Jungschar in der Diözese Innsbruck gesammelt hatte, beim Aufbau einer Jugendarbeit im sehr trockenen Nordosten. „Doch eigentlich war ich dort eine Lernende“, sagt Kofler rückblickend.
In der Zwischenzeit von Graz nach Vorarlberg übersiedelt, wird die Mitarbeiterin des Weltladens in Feldkirch 1987 erste Geschäftsführerin der „Arbeitsgemeinschaft der Weltläden“. Vor allem durch den Einsatz von Freiwilligen, ganz besonders von Frauen, ist es ihnen 2003 gelungen, in Österreich fair gehandelte Produkte für 7,3 Millionen Euro umzusetzen. Rund eine Million Menschen im Süden haben davon unmittelbar profitiert. Wie nach dem Boom der letzten Jahre (2001 +11%) der Umsatz in den Weltläden weiter gesteigert werden kann, zählt für Barbara Kofler zu den Herausforderungen. Ein Thema, das sie jedoch seit 25 Jahren in der Weltladenbewegung begleitet.