Mit dem Florianjahr stehen seit 1. Mai auch die begleitenden Ausstellungen offen: Um die Basilika Enns-St. Laurenz führt der Meditationsweg „Stein zum Anstoß“ (Bild). Im dortigen Severinhaus wird frühes Christentum gezeigt. Im Stift St. Florian wird „Der heilige Florian und das Stift“ präsentiert. Im Museum Lauriacum in Enns geht es um „Leben an der Grenze – die Welt des heiligen Florian“.
Mit einem Festakt in der Basilika Enns-Lorch wurde das Florianjahr 2004 eröffnet.
„Seine Qualität von christlicher Überzeugung und gelebter Solidarität macht Florian zu einem europäischen Patron“, meinte Abt Wilhelm Neuwirth bei der Eröffnungsfeier des Florianjahres 2004 in der Ennser Basilika St. Laurenz am Samstag, 1. Mai. Am Tag des Beitritts von zehn Staaten zur Europäischen Union wurden gerade diese „florianischen“ Wesenszüge in den Vordergrund gerückt: „Er ermutigt uns heute zum Einsatz für andere“, betonte Bischof Maximilian Aichern – und das mache ihn auch zu einem Beispiel für den Einsatz von Laien in der Kirche. Florian lässt erleben, dass gläubiges Engagement wirksam ist, auch wenn es scheinbar der Gewalt unterliegt, betonte Aichern. Am 4. Mai vor 1.700 Jahren erlitt Florian in Enns den Martyrertod.
„Florian ist ein Heiliger von europäischem Format“, betonte auch Landeshauptmann Josef Pühringer. Er untermauerte das mit Florians Einsatz gegen die Intoleranz der damaligen römischen Staatsmacht und gegen die Diskriminierung aller, die dieser Staatsmacht entgegenstanden. Das Gedächtnis an Florian könne helfen, dass die in vielen Köpfen nach wie vor bestehenden Schranken geöffnet werden können. Florian stünde gegen Ausgrenzung von Menschen.
Nach der Festfeier am 1. Mai in der Lorcher Basilika folgte am Sonntag der große Festgottesdienst im Stift St. Florian. Seit dem Gedenktag selbst, dem 4. Mai, ist Florian nicht nur Diözesan-, sondern auch Landespatron von Oberösterreich. Bischof Maximilian Aichern zelebrierte am Dienstag (nach Redaktionsschluss) das Pontifikalamt in der Stiftsbasilika St. Florian.
ZUM THEMA
Von Florian bis Jägerstätter
24 Lebensbilder – vom hl. Florian bis zu Franz Jägerstätter – hat der Linzer Kirchenhistoriker Rudolf Zinnhobler zusammengetragen. Es sind die Lebensbilder von Menschen, die die Kirchengeschichte in Raum Oberösterreich mitgestaltet und erlitten haben. Ein Teil dieser Persönlichkeiten – wie der hl. Severin oder der selige Marcel-Callo stammen nicht von hier, doch ihr Leben hat hier Spuren hinterlassen. Der Aufbau der Kirche ist immer wieder begleitet gewesen von Bedrohungen. Zinnhobler greift auch die Glaubenszeugnisse nichtkatholischer Christen auf, etwa von Leonhard Käser, dem evangelischen Märtyrer, der am 16. August 1527 am Innufer in Schärding als „Ketzer“ verbrannt wurde. Zum Florianjahr 2004 hat Zinnhobler damit eine Dokumentation vorgelegt, die sowohl den Glanz des Glaubens als auch die Tragik, in die Menschen um ihres Glaubens willen getrieben wurden, dokumentiert. Florian – Wilbirg – Rudigier – Jägerstätter. Es sind Zeugnisse ganz unterschiedlicher Art. Das Buch lädt ein, diesen Geschichten der Vorbilder ein weiteres Bild hinzuzufügen: das des eigenen Lebens, das seine Spuren hinterlassen soll in dem, was ein Christ für andere Menschen bedeutet.
Das Buch „Von Florian bis Jägerstätter. Glaubenszeugen in Oberösterreich“ ist im Verlag Wagner, Linz, erschienen. Es wird am 5. Mai, 19 Uhr, in der Oö. Landesbibliothek vorgestellt. 340 Seiten, Euro 22,–.