„Die Kirche wirbt mit dem Teufel“, kommentierte ein Radiosprecher eines der Plakatmotive zur derzeit laufenden Plakataktion „Stell dir vor – Kirche“. „Stell dir vor – Religionslehrer verbindet sich mit Mephisto. Stell dir vor, Kirche verbindet sich mit Mephisto“, wundert sich eine Leserin der Kirchenzeitung, wie Kirche nun „den Teufel an die Wand malt“.
Das allerdings haben die Künstler etwa des Mittelalters immer wieder getan, selbst im Auftrag von Bischöfen und Päpsten. Die Fresken der Kirchen durch die Jahrhunderte geben Zeugnis davon. Sie taten es nicht, um sich mit dem Teufel zu verbinden, sondern um auf die Wirklichkeit des Teufels, auf die Existenz des Bösen aufmerksam zu machen – und zur Umkehr zu mahnen.
Stell dir vor – Kirche. Das geschieht auf zweifache Weise: Nimm die dunklen Kräfte ernst, die auch dein Herz erfassen können, bis du zur Bestie wirst. Stelle dir aber auch die Geschichte zwischen Paradies und Erlösung vor. Es ist die Geschichte des Himmels. Schon merkwürdig: Da wirft man der Kirche einerseits vor, sie verschweige den Teufel. Taucht nur ein Bild von ihm auf, herrscht Empörung.