Ohne Wasserkübel steht der hl. Florian in St. Marien
Ausgabe: 2004/21, Florian, Hörsching, St. Marien, Landerl, Rottensteiner
19.05.2004
- Heinz Niederleitner
Einen eigenen Florian hat Arthur Maria Rottensteiner für die Pfarre St. Marien geschaffen. Nicht der Patron der Feuerwehren, sondern der Märtyrer und Glaubenszeuge tritt in der Holzfigur hervor.
Die Feuerwehrmänner von St. Marien mögen nicht schlecht gestaunt haben, als ihnen Pfarrassistent Franz Landerl seine Idee von einem Florian ohne Wasserschaffel vorgetragen hat. „Ich wollte weg vom Jargon“, sagt er und die Pfarrbevölkerung kann sich seit der Florianimesse am Sonntag davon ein Bild machen, wie so ein jargonloser Florian aussieht.
Geschaffen hat ihn der Hörschinger Künstler Arthur Maria Rottensteiner. Er selbst bezeichnet sich eher als guten Handwerker, doch für Landerl ist der ehemalige ORF-Moderator, Maler, Bildhauer und Musiker ein Multitalent. Im Januar hat der Pfarrassistent dem Pfarrgemeinderat Rottensteiners Skizzen gezeigt, die sehr gelobt wurden. Der Künstler selbst hat sich historisch genau mit dem heiligen Florian beschäftigt, was auch in der Symbolik seiner Darstellung zum Ausdruck kommt.
Historische SymbolikFlorian war eher Beamter denn Soldat. So trägt die Figur zwar einen Legionärshelm, ist aber sonst zivil gekleidet. Auch auf eine Waffe verzichtete der Künstler. Wenige Jahre bevor das Christentum offiziell erlaubt wurde, erließ Kaiser Diokletian zur Zeit des hl. Florian vier Edikte gegen die Christen: von der Entfernung aus dem öffentlichen Dienst bis zur Todesstrafe. Vier Stolpersteine liegen auch vor den Füßen der Florianstatue in St. Marien. Der letzte hat auch Florian zu Fall gebracht.
Rottensteiners Florian macht keinen jugendlichen Eindruck, er ist ein Mann gesetzteren Alters – was dem historischen Florian entsprechen dürfte. Trotz der Folter hält sein runder, gebeugter Rücken stand und Florian die Fahne des christlichen Glaubens hoch: Er opfert nicht dem Kaiser. Das Seil zwischen ihm und dem Mühlstein, mit dem er in die Enns versenkt wurde, weist auf die Verbindung Florians zum Glauben hin: Mein ist der Glaube und die Auferstehung.
Die Hörschinger Hausmusik und ein Quintett der Ortskapelle gestalteten die Florianmesse in St. Marien mit. Am 26. Mai geht es in der Pfarre St. Marien mit den Florian-Aktivitäten weiter: Die Kinderbuchautorin Lene Mayer-Skumanz liest aus ihrem neuen Buch über den heiligen Florian.
Lesung: Mittwoch, 26. Mai, 19.30 Uhr im Pfarrheim St. Marien.