„Der Dienst am Menschen im Auftrag der christlichen Nächstenliebe ist für unsere Wertegemeinschaft unersetzbar“, betonte der Generaldirektor der Hypo Oberösterreich, Dr. Andreas Mitterlehner, beim 3. Hypo-Kirchentag am 13. Mai in Linz.
Im Rahmen des Kirchentages referierte der Linzer Moraltheologe, Univ.-Prof. Michael Rosenberger über den Verzicht in Wirtschaft, Gesellschaft und Religion. „Weniger ist mehr“ übertitelte er seinen Vortrag und meinte, der Moraltheologe horche auf, wenn davon die Rede ist, dass ohne Verzicht die Sicherung des sozialen Systems oder des Gesundheitssystems nicht möglich sei. Verzicht sei ein Schlüsselbegriff der Moraltheologie.Ökonomie ohne Verzicht gebe es nicht: Der Verzicht auf einen gegenwärtigen Nutzen erfolge in der Hoffnung auf einen später umso größeren Gewinn. Er ist also nicht uneigennützig.
In allen Religionen bergen Rituale das Potenzial, die Bereitschaft eines Menschen zu vorläufigem Verzicht in der Hoffnung auf späteren Lohn zu wecken und zu stärken. Für eine zukunftsfähige Gesellschaft werde es daher von entscheidender Bedeutung sein, diese spirituellen Potenziale zu nutzen, sagte Rosenberger. Ohne religiöse Motivationen werde es kaum gelingen, die nötigen Schritte des Verzichtens plausibel und akzeptabel zu machen. Dass weniger auch mehr sein kann, ist eine Erkenntnis aus tiefem Vertrauen in die Zukunft.