In einer aufgrund einer lokalen Auseinandersetzung um die Errichtung eines muslimischen Gebetsstätte aufgeheizten Situation fand am 12. Mai im Maximilianhaus in Attnang-Puchheim die letzte von fünf Diskussionsrunden mit Bischof Maximilian Aichern zum Sozialwort der christlichen Kirchen statt. Gegen den Bau der Gebetsstätte gibt es Widerstand aus der Bevölkerung. Bischof Aichern appellierte an den Dialog zwischen Einheimischen und Zugezogenen. Behzad Cirkin vom Integrationsrat Vöcklabruck bemüht sich um Vermittlung im konkreten Konflikt und lud für 25. Mai zu einem Gespräch ins Pfarrzentrum ein. Das nämlich wurde bei der Diskussion deutlich: Es gibt keinen besseren Weg, mit Problemen zwischen Zugezogenen und Einheimischen umzugehen als den Dialog.
Aichern machte bei der Sozialwort-Runde darauf aufmerksam, dass nur 38 Prozent aller Migranten weltweit Aufnahme in den Industriestaaten suchen, während die armen Länder selbst 72 Prozent aufnehmen.Der serbisch-orthodoxe Pfarrer Novo Lacic bedankte sich bei Bischof Aichern für die Unterstützung, die viele Flüchtlinge aus dem Jugoslawienkrieg in Oberösterreich erfahren hätten. Eine Unterstützung, die es heute in diesem Ausmaß nicht mehr gibt, stellte Caritas-Flüchtlingsberaterin Barbara Greinöcker fest. Auch unter Christen, stellte sie fest, stößt die Integration von Flüchtlingen auf heftige Widerstände. Die methodistische Pastorin Esther Handschin erzählte, wie sich ihre Kirche gegenwärtig um die Integration von afrikanischen Asylanten bemüht.
„Arbeitskräfte hat man gerufen, gekommen sind Menschen“. Mit diesen Worten mahnten Mümtaz Karakurt Menschlichkeit für Zugezogene ein. Ein Vorschlag aus dem Publikum, man solle Menschen unterschiedlicher Herkunft in eigenen Straßenzügen zusammenfassen, fand jedenfalls keine Mitstreiter. mf