Pfarre Bad Ischl gestaltet neue „Sakramenten-Kapelle“
Ausgabe: 2004/22, Menschwerdung, Bad Ischl, Sakramenten-Kapelle, Pfarrerhebung
26.05.2004
- Josef Wallner
DCF 1.0
Zum 450-Jahr-Jubiläum der Pfarrerhebung macht sich die Pfarre Bad Ischl selbst ein Geschenk: Aus der Beichtkapelle wird ein neuer „heiliger Ort“ mit geistlicher Qualität.
Vor rund 120 Jahren errichtete die Pfarre als Anbau an die Kirche eine Beichtkapelle mit sechs Beichtstühlen. Seit längerem wird der Raum auch als Wochentagskapelle genutzt, nun entschloss sich die Pfarre zu einer Neugestaltung. Das künstlerische Konzept des Raums hat Bruder Thomas Hessler vom Europakloster Gut Aich unter das Thema „Menschwerdung“ gestellt. In der Ausgestaltung finden sich die Sakramente als Wege zur Menschwerdung. Alle sieben Sakramente werden in den verschiedenen Objekten der „Sakramentskapelle“ künstlerisch umgesetzt: vom Taufstein über den Tabernakel bis zum Beichtstuhl und den Fenstern. „Wir brauchen Orte mit Atmosphäre“, erläutert Pfarrer Johann Hammerl: „Für Gebetsgruppen, für Schulklassen und für die vielen Gäste von Bad Ischl, die während einer Kur einen Platz für die Ruhe und das Nachdenken suchen.“ Der Pfarrer sieht die Investition von rund 150.000 Euro, die das Projekt kostet, als Notwendigkeit in der heutigen Zeit: „Die heiligen Orte eröffnen eine andere Dimension des Lebens und wollen Platz für Gott schaffen.“
Sakramente der Gemeinschaft
Hammerl freut, dass die Pfarrgemeinde so engagiert mitmacht. Das Glasfenster, auf dem das Ehesakrament dargestellt wird, haben 33 Ehepaare finanziert – als Dank für Gottes Begleitung in ihrer Partnerschaft. Ein weiteres Fenster übernahm die Krippenspielgemeinde, da in der Weihnachtszeit die beeindruckende Moroder- Krippe in der „Sakramentskapelle“ ihren Platz findet. Ein sprechendes Zeichen setzte der Ischler Welt-Laden. Er bezahlte den Tabernakel: Das Brot des Lebens weitet den Blick auf die Millionen Menschen weltweit, die ohne tägliches Brot sind. Mit der Finanzierung der Taufstelle zeigt ein Serviceclub, dass ihm die Kinder der Stadt ein Anliegen sind.
Gesundheits-Pfarre
Die „Sakramentskapelle“ wird am 20. Juni eingeweiht, zum Fest der Pfarrerhebung vor 450 Jahren. Bad Ischl wurde Ende Mai 1554 von der Pfarre Bad Goisern abgetrennt. Weit über die Grenzen Österreichs hinaus bekannt ist Bad Ischl als Ferienort Kaiser Franz Josephs. „Natürlich ist in Ischl noch diese Tradition spürbar und wir wollen uns auch gar nicht von unseren Wurzeln abkoppeln“, sagt Pfarrer Hammerl. Aber die Tradition ist für ihn kein Korsett. Bad Ischl lebt heute durch das Gesundheitswesen und ist eine Schulstadt. Viele Menschen ziehen in Ischl zu. „Die neuen Leute bringen Leben in die Pfarre“, so Hammerl: „Und auch die Gäste, die vor allem zu den Gottesdiensten kommen, bereichern uns.“ Daher misst Hammerl der Messgetaltung auch einen hohen Stellenwert in der 8.000 Katholiken zählenden Pfarre bei.