Fast drei Millionen Euro täglich kostet Österreichs Betrieben der Alkoholmissbrauch ihrer Mitarbeiter/innen.
Alkoholiker sind 3,5 Mal häufiger in Arbeitsunfälle verwickelt, fehlen sechzehn Mal häufiger am Arbeitsplatz, sind mehr als doppelt so oft krank ... Pro Arbeitstag entsteht in den Betrieben alkoholbedingt ein Schaden von etwa 2,9 Millionen Euro. Das sind im Jahr 730 Millionen Euro. Unter den Folgen der Suchtprobleme leidet auch das Arbeitsklima. Fünf bis zehn Prozent der arbeitenden Bevölkerung sind alkoholkrank oder trinken in einem Ausmaß, das die Gesundheit gefährdet. Etwa 30 bis 40 Prozent der 15- bis 25-Jährigen hat zumindest einmal in ihrem Leben eine illegale Substanz konsumiert. Dennoch wird das Thema Alkohol am Arbeitsplatz weitgehend tabuisiert. Viele schauen weg, ignorieren, reagieren hilflos oder überreagieren. Das Institut für Suchtprävention, Arbeiterkammer, Wirtschaftskammer und das Land Oberösterreich bieten nun eine gemeinsam herausgegebene Broschüre „Alkohol und illegale Drogen am Arbeitsplatz“ an.
Mit Verboten und Kontrollen alleine lasse sich das Problem nicht nachhaltig lösen, ist Arbeiterkammer-Präsident Dr. Johann Kalliauer überzeugt. Die Unternehmensleitung und die Mitarbeiter müssten für das Problem sensibilisiert sein. Außerdem spiele auch das Arbeitsumfeld eine Rolle. Ist es schlecht, begünstigt es die Entstehung einer Sucht. Solche begünstigende Faktoren sind: Unter- oder Überforderung, Zeitdruck, schlechtes Betriebsklima.