Ausgabe: 2004/23, Lazarus, Martina K., Wolfern, Jachs
01.06.2004
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
Seit Tagen ist der tragische Tod von Martina K. (17) aus Wolfern Thema in ganz Österreich. Viele Aspekte des Familiendramas erschüttern, machen nachdenklich, sorgen für Kopfschütteln – auch der religiöse Hintergrund der Mutter. Auffällig oft sprach die Mutter Gertrude K. vom „Herrn“, der sie all das geduldig ertragen lasse, verglich den Tod ihrer Tochter mit der biblischen Erzählung des Lazarus. KonsR. Mag. Rudolf Jachs, Pfarrer von Wolfern, leitete am Freitag Nachmittag auf ausdrücklichen Wunsch der Verwandten das Begräbnis. Der Priester gibt aus verständlichen Gründen nur sehr zurückhaltend Auskunft. Er habe Gertrude K. jahrelang seelsorglich begleitet und mit ihr viel diskutiert. Sie habe sich dann entschieden, den Weg der Katholischen Kirche zu verlassen und hat andere religiöse Kontakte gepflegt. Ihre Art den Glauben zu leben hält er für eine religiöse Übersteigerung: „Wenn ich so vertraue wie Jesus, kann ich über die Donau gehen. – In diese Richtung hat Gertrude K. ihren Glauben gelebt. Dieses vermessene Vertrauen ist ein Irrweg,“ meint Pfarrer Jachs. Auch die Ernährung ist in der Berichterstattung eine strittige Frage. Die Mutter verwendete keine tierischen Produkte. Gertrude K. befindet sich zur Zeit im Wagner-Jauregg-Krankenhaus. Gegen das Jugendamt erhebt der Vater schwere Vorwürfe, die Ermittlungen dazu laufen.