Sonntag für Sonntag besuchen rund 196.000 Menschen in Oberösterreich den Gottesdienst. Die Kirchenzeitung fragt, was Ihnen die Messfeier bedeutet.
„Immer dasselbe, langweilig“, so beschreiben viele Jugendliche die Eucharistiefeiern in den Pfarren. Andererseits sind sie von Gottesdiensten in Taizé oder wie jüngst in Mariazell begeistert. Was macht den Unterschied aus? Das zweite Vatikanische Konzil beschreibt die Liturgie als Höhepunkt, dem das Tun der Kirche zustrebt, und zugleich als die Quelle, aus der all ihre Kraft strömt. Wie muss ein Gottesdienst gestaltet sein, dass er zur Quelle wird?Der Schwund der Kirchenbesucher/innen lässt sich nicht wegdiskutieren. Heute besuchen 18,3 Prozent von den 1,06 Millionen Katholiken Oberösterreichs den Sonntags-Gottesdienst. Viele Pfarren haben innerhalb von zwei Jahrzehnten die Hälfte der Kirchenbesucher/innen verloren. Dieser Befund macht ratlos, doch ohne die Situation schönreden zu wollen, ist doch eine Wiederentdeckung des Gottesdienstes festzustellen, analysiert Mag. Hans Stockhammer, der Liturgiereferent der Diözese: „Nicht dass scharenweise neue Leute in die Kirche strömen würden, aber religiös Engagierte entwickeln einen neuen Sinn für Rituale in alten und neuen Formen.“ Stockhammer merkt das auch an den Anfragen im Referat: Priester und Leiter/innen von Wort-Gottes-Feiern suchen vermehrt Hilfen für eine gute sprachliche und angemessene musikalische Gestaltung. Dies soll den Kirchenbesucher/innen helfen zu dem zu finden, was sie vermehrt suchen: „Zeiten der Ruhe, des Durchatmens und des Betens.“ Die Bischöfe des zweiten Vatikanischen Konzils schrieben den Seelsorgern ins Stammbuch: Sie sollen nicht bloß darüber wachen, dass die Gesetze des gültigen Vollzugs beachtet werden, sondern dass die Gläubigen bewusst, tätig und mit geistlichem Gewinn am Gottesdienst teilnehmen können. Gleichzeitig lässt sich nicht die Verantwortung für einen „Gottesdienst mit geistlichem Gewinn“ auf deren Leiter/innen abschieben. Es trägt jede/r Gottesdienstbesucher/in selbst dafür Sorge, dass er/sie aus den Feiern des Glaubens bereichert und gestärkt nach Hause geht.
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