In zwei Symposien beschäftigten sich Oberösterreichs Orden mit Wegen, die trotz des Kostendrucks in der medizinischen Betreuung die Menschlichkeit nicht unter die Räder kommen lassen.
Alte und pflegebedürftige Menschen werden verstärkt oft nur noch als Kostenfaktor dargestellt. Mit der Folge, dass bei den über 75-Jährigen steigende Selbstmordraten zu verzeichnen sind. Der alte Mensch fühlt sich nämlich immer mehr als Belastung für die Gesellschaft. Diesem „Warencharakter“ des Menschen muss entgegengetreten werden, betonte Dipl.-Vw. Franz J. Stoffer. Der Geschäftsführer der CBT-Caritas Köln referierte beim Franziskanischen Frühjahrssymposium der Franziskanerinnen in Vöcklabruck, das unter dem Thema „Humanität und Wirtschaft im Alten- und Pflegeheim – ein Widerspruch?“ stand. Ein Alten- und Pflegeheim ist natürlich ohne Wirtschaftlichkeit nicht zu halten, „doch ohne Menschlichkeit und Nächstenliebe ist es in ihm nicht auszuhalten“, so Stoffer. Mit der Zukunft der Krankenpflege beschäftigte sich eine Podiumsdiskussion, zu der die österreichischen Ordensspitäler geladen hatten. „Die Pflegeethik darf nicht länger als Teilausschnitt der Medizinethik oder gar als deren Anhang behandelt werden, sondern sollte völlig eigenständig betrachtet werden“, forderte der Leiter des Institutes für Ethik in der Medizin der Universität Wien, Universitätsprofessor Ulrich Körtner, in seinen Ausführungen. Pflegende hätten täglich „mehr Kontakt zu den Patienten und dabei ergeben sich durchaus auch Probleme, die man nicht als medizinisch im engeren Sinne, sondern als ethische Probleme der Pflege bezeichnen kann.“ Beispiele für ethische Probleme in der Pflege seien etwa – so der Experte – „der Umgang mit schwierigen Patienten, die Kommunikation mit Angehörigen oder der Bereich der Pflege von Menschen aus anderen Kulturen“. Ethik müsse ein „fixer Bestandteil der Pflegeausbildung sein, andererseits müssen aber die Pflegenden selbst Pflegeethik entwickeln“. „Das Gesundheits- und Sozialwesen wird einer der wesentlichen Beschäftigungsmotoren in den nächsten Jahren sein“, erklärte Reli Mechtler vom Institut für Pflege- und Gesundheitssystemforschung an der Universität Linz in ihrem Referat. Bis 2010 würden pro Jahr 4500 neue Arbeitsplätze im Bereich Gesundheit und Pflege entstehen.