Florian-Solidaritätsfahrt nach Enns. Die größte Gruppe des Solidaritätsfestes kam aus der Pfarre Sattledt.
Bei den Jubiläums-Feiern war fast ausschließlich vom heiligen Florian und seinen Gefährten die Rede. Gehörten zu „vierzig Märtyrern“ von Lorch nicht auch Frauen?
Ein Leserinnenbrief an die Kirchenzeitung (KIZ 23, Seite 31) gab den Anstoß der Frage nachzugehen, ob man korrekterweise von den Märtyrerinnen und Märtyrern von Lorch sprechen muss. Für den Archäologen Dr. Reinhardt Harreither gibt es keinen Zweifel: „Natürlich sind Frauen dabei. Das ist nicht anders denkbar.“ In seiner Argumentation stützt er sich aber nicht auf den Steintrog mit den „Reliquien der vierzig Märtyrer“(siehe Bild unten). Entscheidend sind für Harreither die Märtyrer/innen-Berichte. Die ersten Opfer der Verfolgungswelle Kaisers Diokletians im Frühjahr 304 waren Frauen. Es sind sogar ihre Namen überliefert. Agape und Chione fanden im April 304 wegen ihres Bekenntnisses zu Christus den Tod, kurz darauf werden in Triest Cantius, Cantianus und – wiederum eine Frau – Cantianilla getötet. Anfang Mai erreicht die Verfolgung den Norden der Provinz Noricum, wo Florian mit vierzig Gefährten – so die Tradition – den Tod erleidet. „Es besteht kein Zweifel, dass ein repräsentativer Querschnitt aus der Christengemeinde von Lauriacum hingerichtet wurde, Männer und Frauen“, so Harreither.
Die diözesane Frauenkommission hat nun in einem ersten Schritt betroffene Stellen gebeten, die Märtyrerinnen von Lorch auch ausdrücklich zu benennen. Mag. Otto Winkler, für die Führungen in der Basilika Lorch verantwortlich, hat dies bereits zusagt. Er selbst hat die Frauen stets erwähnt, er werde sich aber bemühen, dass das bei den Führungen „Standard“ werde.
Bei den liturgischen Texten appelliert Frauenbeauftragte Mag.a Irmgard Lehner an die Eigeninitiative der Liturgen. Eine Änderung der liturgischen Vorlagen wäre ein sehr langwieriger Prozess. Eine neue Praxis, die Märtyrer und Märtyrerinnen benennt, scheint ihr am sinnvollsten. Im Leserbrief an die KIZ von Mag.a Reinhilde Spiekermann wird das Verhalten von Bischof Maximilian Aichern ausdrücklich hervorgehoben: „Er war der einzige, der beim großen Festakt im Zusammenhang mit den vierzig Märtyrern auch von Glaubensschwestern gesprochen hat.“
ZUR SACHE
Solidarität und Gartenzwerge
„Nur Gartenzwerge schauen nicht über den Zaun“, erklärte Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer bei der Florian-Fahrt vergangenen Sonntag in Enns. Solidarität im Geiste Florians heißt auch über die Landesgrenzen zu schauen. Konkret denkt der Landeshauptmann an die Entwicklungshilfe: „Hier brauchen wir noch mehr Bewusstsein.“ Rund 1500 Besucher/innen kamen zum Solidaritätsfest im Geiste Florians: Viele waren mit dem Fahrrad unterwegs und zeigten so ihr „Eintreten“ für andere. Am Stadtplatz von Enns sorgte unter anderem die Feuerwehr für ein buntes Programm, Kinder mit dem Vornamen Florian erzählten von ihrem Namenspatron und als Höhepunkt gab „Bluatschink“ ein Konzert.
Je länger der Nachmittag dauerte, desto mehr Festbesucher/innen trugen die gelben und roten Solidaritäts T-Shirts. Der Verkauf der Leibchen kommt Hilfsprojekten der Caritas und der Feuerwehr zugute.