Ausgabe: 2004/26, Verwannte, St. Florian, Tschechien, Temelin,
22.06.2004
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
Auf die von Spannungen gezeichnete gemeinsame Geschichte Österreichs und Tschechiens hat die bekannte Journalistin Barbara Coudenhove-Kalergi bei der Begegnung des „Forums Christ und Wirtschaft“ am 17. Juni im Stift St. Florian aufmerksam gemacht. „Immer, wenn es den Österreichern gut gegangen ist, ist es den Tschechen schlecht gegangen“, brachte sie das Dilemma auf einen Punkt. Die beiden Nationen wären zu nahe verwandt, und unter Verwandten werden Konflikte oft direkter ausgetragen. So könnten viele Tschechen nicht verstehen, auf welche Ablehnung Temelin stößt. In der Industrienation Tschechien reagiere man beleidigt, wenn ihre Technologie als Schrott bezeichnet würde, wollte man damit doch von der Belastung durch die Kohlekraftwerke wegkommen.