Seit 1986 arbeitet der Steyler Missionar P. Lois Ortner aus Tragwein auf den Philippinen.
„Als Erstes habe ich gleich eine Hängebrücke gebaut, damit die Kinder einen sicheren Schulweg haben“, erzählt P. Lois Ortner. Vor drei Jahren hat ihm der Bischof auf der Insel Sibuyan den Abhang eines bewaldeten Berges zugeteilt, damit er dort eine Pfarre errichte. Die Aufgabe ist ganz nach dem Geschmack von P. Lois: Fundamente legen, aufbauen und wieder weiterziehen. Zurück bleiben Brunnen, Schulen, Brücken, Kirchen und lebendige Gemeinden. So hat er es seit seiner Ankunft auf den Philippinen im Jahr 1986 gehalten, so wird er es weiterhin tun.Aber noch ist es in Sibuyan nicht soweit. Seine junge Pfarre „Heilige Theresia vom Kinde Jesu“ nimmt ihn ganz in Beschlag. Nachdem innerhalb kurzer Zeit neun Kinder auf dem Schulweg ertrunken sind, hat P. Lois mit der Hängebrücke vor allem eine Brücke zu den Menschen geschaffen. „Wichtig ist, dass man arm lebt wie die Leute, sonst nützen alle Bauwerke nichts.“ Seine Pfarre mit den Dörfern von Ureinwohnern ist abgelegen, selbst für die Verhältnisse auf der Insel Sibuyan, die 60 Kilometer im Durchmesser hat. Die übrigen fünf Pfarren liegen am Meer, seine Pfarre am Berg – für P. Lois eine besondere Chance: „Nichts ist entspannender, als einige Stunden durch den Wald zu marschieren und sich auf die heilige Messe vorzubereiten.“ Der 48-jährige Tragweiner ist von der Gastfreundschaft und vom Zusammenhalt der Pfarrbewohner beeindruckt, vor allem freut ihn, dass sie auch geistlich viel verlangen. Da ist er froh, dass mit Einbruch der Dunkelheit jeder zu Hause sein muss und er jeden Abend „frei“ hat: „Von ungefähr sieben bis zehn Uhr abends bete und lese ich jeden Tag. Diese Zeit möchte ich nicht missen“.