Er war früher Stopper – auf dem Fußballfeld. Nun gehört er zur Führungsebene der Caritas der Diözese Linz: Günter Bock, der neue Caritas-Controller.
Wird der 47-jährige Günter Bock nun auch bei der Caritas, fürs Finanzielle verantwortlich, Stopper sein? – „Wenn man auf das Finanzielle schaut mit dem Zweck, langfristig die Hilfe zu sichern, hat man eine Servicefunktion. Man soll nicht Stopper sein, sondern die Aufgabe der Caritas absichern, die für Hilfsbedürftige da ist.“ Günther Bock wird innerhalb der Kerncaritas für alles Finanzielle verantwortlich sein und in der Gesamtcaritas für Controlling, Überblick und Richtung im wirtschaftlichen Bereich. Die Caritas ist in mehrere selbstständige Bereiche und Institute gegliedert (z. B. Caritas für Menschen in Not; Caritas für Menschen mit Behinderung; Caritas für Betreuung und Pflege; Caritas für Kinder und Jugendliche). Manche Dezentralisierungs-Weichen hat die Caritasleitung vor kurzem zurückgenommen. Die Lohnverrechnung und Buchhaltung werden wieder unter einheitlicher Leitung zusammengefasst.
Stoppen heißt Nein sagen. Dies wird notwendig sein, wenn sonst die Langfristigkeit der Aufgaben bedroht wäre. „Wichtig ist, dass wir sozial tätig sind“, sagt Günther Bock, einer, der aus einer „ganz anderen Ecke“ kommt. Er war 27 Jahre in der Wirtschaft tätig. Zur Zeit arbeitet er an seinem ersten Budget der Gesamtcaritas (1.800 Mitarbeiter/innen). Es wird einen Rahmen von etwa 65 Millionen Euro haben. Die Caritas ist in den letzten Jahren rasch gewachsen. Ist das für ein Unternehmen nicht gefährlich? Unter normalen Voraussetzungen, sagt Bock, ist das mit Vorsicht zu genießen. Für die Caritas trifft dies nicht zu, weil das Wachstum auf Leistungen zurückzuführen ist, die die Caritas für die öffentliche Hand durchführt (Altenbetreuung zum Beispiel). „Wir sind zu einem großen Teil Dienstleister der öffentlichen Hand.“ Bis vor kurzem war Günter Bock im Profit-Bereich tätig, nun ist er im Non-Profit-Bereich. Der soziale Auftrag interessiert ihn. Aber von „Non-Profit“ will er nicht reden, sondern von „social-profit“.