Nach jahrelanger Aufklärungsarbeit in Österreich verstärken die Freistädter Mütter gegen Atomgefahr nun ihre Informationsarbeit in Tschechien.
„Es ist immer wieder erschreckend, dass oft viele Tschechen nichts über die Gefahr der Atomenergie wissen und daher nicht verstehen, warum sich die Österreicher so aufregen. Vielen ist zum Beispiel der Unfall in Tschernobyl und dessen massive Folgen völlig unbekannt“, erklärt Gabriele Schweiger, Obfrau der Freistädter Mütter gegen Atomgefahr.
Deshalb wurde in Anlehnung an das österreichische gelbe Bücherbord auch für Tschechien eine Wanderbücherei zusammengestellt. „Diese Bücherei bietet allgemeine Informationen zur Atomkraft und zu den Alternativ-möglichkeiten. Ein Teil der Bücher bleibt bei den Südböhmischen Müttern, die uns bei diesem Projekt sehr unterstützt haben, und in einer Buchhandlung in Budweis. Der Rest wird durch Schulen, öffentliche Büchereien und andere Institutionen wandern“, berichtet Schweiger. Der Widerstandsgeist ist momentan etwas auf Sparflamme.
Schweiger meint dazu: „Es ist schon eine Abstumpfung bemerkbar, da es ja ständig etwas zu beanstanden gibt und es auch immer wieder zu Rückschlägen kommt. Aber wenn man dann sieht, dass sich nun auch die Tschechen selbst, vor allem jene, die vom Ausbau der AKWs betroffen wären, gegen die Atomenergie aussprechen, sieht man, dass sich die jahrelange Arbeit gelohnt hat. Und das gibt wieder Ansporn.“