Die Pfarre Schleißheim renovierte ihren ehemals evangelischen Pfarrhof
Ausgabe: 2004/27, Schleißheim, Pfarrhof,
29.06.2004
- Heinz Niederleitner
Ein Beispiel gelungener Restaurierung historischer Gebäude ist der Pfarrhof von Schleißheim.
Der erste Pfarrer im Pfarrhaus war ein Lutheraner. 1591 bezog der evangelische und in Wittenberg ausgebildete Prediger David Plieninger das neue Haus. Er war der erste und letzte evangelische Pfarrer von Schleißheim: Im Zuge der Gegenreformation wurde 1620 ein katholischer Priester als Pfarrer eingesetzt. Die katholische Pfarre Schleißheim konnte nun die Restaurierung dieses „Pastorenhauses“ abschließen, ein besonderes Anliegen des Kuraten und Historikers P. Dr. Rupert Froschauer OSB. Das Projekt kostete 339.000,– Euro und die Bevölkerung trug 2.700 freiwilligen Robotstunden bei. Pfarre, Diözese und Denkmalamt halfen zusammen, um das ursprüngliche Raumkonzept des um 1750 barockisierten Gebäudes wieder herzustellen. Dabei trat eine alte Holzdecke zu Tage, die nun das Sitzungszimmer schmückt. Die Grabplatte des einstigen Grundherrn Wolfgang Grünthaler von Dietach verweist auf die ehemals protestantische Geschichte des Hauses.
„Dieser Raum ist meine besondere Freude“, sagt Kurat P. Rupert und präsentiert den neuen Meditationsraum. Hier wurde ein Akzent zeitgenössischer Kunst gesetzt. Viel zum Gelingen des Raumes hat die Firmgruppe 2003 beigetragen, die sich hier vor und nach den Jugendstunden trifft, um gemeinsam zu meditieren. Ein guter Neuanfang für den Pfarrhof!