Das Stift Kremsmünster hat derzeit junge Gäste aus Brasilien. Sie erzählen über Entwicklungsarbeit und ihre Diözese Barreiras.
„Für uns ist es schon sehr kalt“, sagt P. David Bergmair. Kein Wunder, ist er doch mit einer Gruppe von fünf jungen Brasilianern ins Stift Kremsmünster gekommen. Ernani, Valdir, Paulinho, Joao Batista und Lorena heißen die Gäste aus der Diözese Barreiras, die derzeit mit den Vertretern der Kath. Jugend der Region durchs Land touren, Schulen besuchen und Gottesdienste musikalisch mitgestalten.So wie wir uns bei Reisen über die Landessitten informieren, so erleben die fünf Brasilianer Österreich. Vor allem bei der Musik stellen sie Unterschiede fest: „Es ist eine andere Mentalität“, sagen die fünf begeisterten Musiker, „die Menschen stehen im Gottesdienst und singen streng nach dem Gesangbuch.“ Denn das ist in Brasilien anders, da wird viel geklatscht.„Wir singen hauptsächlich religiöse Lieder“, sagt Lorena und Valdir erläutert: „Wir machen eigentlich brasilianische Volksmusik, aber die ist sehr religiös. Darin unterscheidet sich unsere Musik von der sakralen Musik hier in Österreich: Bei uns fallen Religion und Leben zusammen.“ Dabei sehen sie die Kirchenmusik in Österreich, so wie sie sie bisher erlebt haben, nicht negativ: „Es ist eine andere Mentalität.“ Letzte Woche, zum Fest Johannes des Täufers wurde das 25-Jahr-Jubiläum der Diözese Barreiras gefeiert. „Barreiras war eine Pfarre, die wir vom Stift Kremsmünster übernommen haben. Wir wollten zu unserem 1200-Jahr-Jubiläum keine Jubiläumskirche aus Stein, sondern eine lebendige Kirche bauen“, erzählt Abt Oddo Bergmair. Aus der Pfarre wurde eine Diözese und der Kremsmünsterer Benediktiner Richard Weberberger ist dort Bischof. „Der Reichtum dieser Welt ist ungerecht verteilt. Mit unseren Pfarren unterstützen wir Barreiras nicht nur seelsorglich, sondern auch finanziell. Das ist wirtschaftlich, menschlich und religiös richtig“, sagt der Abt. Entwicklungshilfe und die Situation in ihrer Diözerse wollen auch die fünf Brasilianer an junge Österreicher/innen vermitteln: in Schulen, bei Gottesdiensten und in Jugendgruppen. „Es geht um eine Erweiterung des Horizonts. Als Christ ist mir ,der andere‘ sehr wichtig. Es gehört zu meinen Aufgaben mitzuhelfen, dass Bedingungen zum Überleben geschaffen werden“, sagt Gabriele Hohensinn, Dekanatsjugendleiterin von Molln, nach einer Begegnung Waldneukirchen – Barreiras letzte Woche.