„Es geht eher zurück zu einer Kleruskirche.“ So sieht der Wiener Weihbischof DDr. Helmut Krätzl das Verhältnis Priester und Laien in der Entwicklung nach dem Konzil. Bei der Generalversammlung des OÖ. Journalistenforums unterstrich er am 29. Juni die positiven Veränderungen durch das Konzil: Nicht die hierarchischen Struktur, sondern das Volk Gottes selbst seien damals in den Vordergrund gerückt worden. Die Leitidee der Kirche als Communio (Gemeinschaft) wurde nach 1000 Jahren wieder aufgegriffen. Die Nacharbeit am Konzil wäre jedoch zu gering ausgefallen. „Nachfolgende Weisungen haben den Eindruck erweckt, man wolle das Rad zurückdrehen“, meinte Krätzl und bedauerte, dass der Stil des Dialogs nur wenig gepflegt würde.Die Kirche braucht unbedingt Priester, meinte Krätzl. Dabei müsse sehr auf die „Qualität“ geachtet werden. Die Kirche müsse sich aber auch neue Dienste in der Kirche einfallen lassen.
Im Journalistenforum gibt es einen Wechsel in der Rolle des Geistlichen Assistenten: Prof. Dr. Wilhelm Zauner, der seit 1977 diese Funktion innehatte, legte die Aufgabe zurück. „Ich habe von den Journalisten viel gelernt“, meinte er. Kirche und Gesellschaft im Blick auf das für den Tag Wichtige zu sehen, sei hilfreich. Als Nachfolger wurde Mag. Franz Wöckinger, Schulseelsorger am Petrinum und Kurat an der Dompfarre, bestellt. Als Vorsitzender wurde Dr. Franz Rohrhofer erneut gewählt.