Nach einem sehr zerbrechlichen, aber fantastischen „Yankee Hotel Foxtrot“ legen Wilco nach: „A Ghost Is Born“ wirkt wieder kompakter und übertrifft die Erwartungen. Wenn Jeff Tweedy in „Hell Is Chrome“ verzweifelt „I Felt No Fear“ singt, ist es weniger die Feststellung eines mutigen Mannes als viel mehr der flehentliche Wunsch eines Gezeichneten. Dann setzt sich das Monster „Spiders (Kidsmoke)“ durch einen von Schlagzeug und Bass getragenen Rhythmus in Bewegung. Eine Gitarre mäandert aus dem Nichts zum Beat, wird stärker, reißt den Song an sich und galoppiert mit ihm davon. Glanzvolle zehn Minuten! „Hummingbird“ vereint alles in sich, was den Beatles-Sound je ausmachte. In einem poppigen „Handshake Drugs“ stellt Tweedy die entscheidende Frage: „Exactly What Do You Want Me To Be“, findet keine Antwort und dankt stattdessen den Sternen, dass es keiner ertragen muss, Jeff Tweedy zu sein. Tweedy scheint in einem Meer voll trauriger Emotionen zu ertrinken – davor hat er aber mit Wilco eines der bislang essenziellsten Alben des neuen Jahrtausends hervorgezaubert.