Hostienschalen und Kelche stürzten zu Boden, als einer der Männer das Altartuch vom Tisch riss. Ein Zweiter schrie kirchenfeindliche Parolen per Megaphon durch das Kirchenschiff. Keine Szene aus einem Roman über die Französische Revolution ist hier beschrieben. Abgespielt hat es sich letzten Sonntag während der ZDF-Übertragung des Sonntagsgottesdienstes in Mainz.
Den Jubiläums-Festgottesdienst anlässlich „25 Jahre Fernsehgottesdienste“ im ZDF hatten die beiden Störer benutzt für ihre Aktion. Kardinal Karl Lehmann hatte den Gottesdienst geleitet. „Hässlich und unsensibel“ nannte Lehmann die Störaktion. Die beiden Männer hatten schon in Berlin mehrmals ihrem Hass auf die Kirche durch Störaktionen Ausdruck verliehen. In Mainz wurden sie nun überwältigt und angezeigt.
Sie werden mit einer Strafe zu rechnen haben. Doch die eigentliche Strafe tragen sie wohl längst in sich: Wie arm muss es in ihrer Seele aussehen, dass sie derart respektlos die schmutzige Seite ihres Lebens nach außen kehren? Wem nichts mehr heilig ist, dem fehlt wohl auch vor sich selbst jeder Respekt. Was anderen Menschen Hoffnung und Sinn bedeutet, zu lästern vermag wohl nur, wer selbst ohne Hoffnung und Sinn lebt.