Sechs Monate sind wirklich genug. Und weil das so ist, hat Kanzler Wolfgang Schüssel verkündet, diesen Reformschritt schon ab 2006 durchzuziehen. Dass die FPÖ davon nichts gewusst haben will, mag einen Einblick in die Beziehung der beiden Koalitionspartner geben – trotzdem bleibt diese Ankündigung, so sie umgesetzt wird, ein Schritt in die richtige Richtung. Er darf nur nicht der letzte sein, denn die Reduktion auf sechs Monate ist nicht genug! Der Zivildienst sollte in einem Land, das von verbündeten Staaten umgeben ist, der übliche Dienst junger Menschen an der Gesellschaft sein, der Dienst „mit der Waffe“ die Ausnahme. Ein Berufsheer wäre für Österreich eine optimale Lösung. Für das Heer wäre bessere Ausbildung und Motivation der Soldaten ein positiver Effekt. Bei allen Zukunftsträumen darf aber der nächste Schritt nicht übersehen werden: Dass der Zivildienst endlich dem Präsenzdienst gleichgestellt wird!
Heinz Niederleitner
Konsum-Lockruf
IKEA denkt daran, ab Herbst an acht bis zehn Sonntagen im Jahr aufzusperren. Allen Beteuerungen der Politik zum Trotz scheint es, als würden mächtige Wirtschaftskonzerne einfach Tatsachen schaffen. Gesetze brauchen sich da nicht in den Weg zu stellen. Sie sind auch das schwächere Argument in einer Zeit, in der zig Ausnahmeregeln ohnedies die Sonntagsruhe mehr als unbedingt notwendig (Versorgung) durchlöchern. Wäre es denen, die politisch steuern, um die Sonntagsruhe wirklich ernst, dürfte es nur wenige Ausnahmen geben. Und wäre es den Bürgern um den Sonntag ernst, würden sie nicht hingehen: Stell dir vor, IKEA sperrt auf und keiner geht hin!