Besuch, der Gefühl stärkte, dass die neuen Generationen Brücken zueinander schlagen können
Ausgabe: 2004/28
07.07.2004
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
Eine Anregung des „Friedenslicht“-Organisators, ORF-Landesdirektor Dr. Helmut Obermayr, griff das Land Oberösterreich auf: Es lud nun in Israel lebende ehemalige jüdische Mitbürger unseres Landes zum Besuch ein.
Ihre alte Heimat besuchten letzte Woche sechzehn „oberösterreichische Israelis“, wie sie der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde, DI George Wozasek, nannte. Sechzehn Menschen, die ihre Wurzeln in unserem Bundesland haben und die nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten aus Oberösterreich fliehen mussten, um ihr Leben zu retten. „Schuld ist nicht vererbbar, aber die Verantwortung, mit der Geschichte umzugehen und die Erinnerung im umfassenden Sinn wachzuhalten“, sagte Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer beim Empfang im Landhaus. „‚Nie wieder‘ ist ein Versprechen, das wir ständig zu erneuern haben“, mahnte der Landeshauptmann.„Wir können nicht mehr nachvollziehen, in welchen Ängsten Menschen damals leben mussten. Wir können nur immer wieder bedauern, was alles geschehen ist.“ – Mit diesen Worten wandte sich Bischof Aichern beim Empfang im Bischofshof an die ehemaligen Oberösterreicher/innen. Superintendent Mag. Hansjörg Eichmeyer sprach eine Entschuldigung „für das aus, was Ihnen damals Böses angetan wurde.“