Das Aufatmen war spürbar, als das deutsche Hilfsschiff „Cap Anamur“ vergangene Woche in Italien anlegen durfte. Ihre Rettungsaktion von 37 afrikanischen Bootsflüchtlingen in der Adria schien doch erfolgreich zu sein. So meinte die Vatikan-Zeitung zum Einlenken der italienischen Regierung: „Endlich sind sie mit ein wenig Menschlichkeit aufgenommen worden, indem man die kalten Normen eines internationalen Rechts vergessen hat, das normalerweise flexibel ist, außer bei den Armen.“ Wie unflexibel gegenüber den Armen Berlusconis Mannen sind, war kurz darauf klar: die Geretteten sitzen in Abschiebehaft, die „Cap Anamur“-Besatzung erhielt ein Aufenthaltsverbot und das Schiff ist beschlagnahmt – wegen Beihilfe zur illegalen Einreise.