Schön sind sie geworden – die weißen Klaräpfel. Wenn nur die Wespen und Hornissen nicht wären, die sich ins Fruchtfleisch fressen, und wenn nicht der viele Regen wäre, der die Früchte bald aufspringen lässt, sodass sie faulen! Aber: Es bleiben immer noch genügend schöne, unversehrte Früchte übrig. Mehr als man selber verwerten kann, sodass auch der eine oder andere Nachbar noch etwas abbekommen kann.
Man kann sie nach zwei Kriterien beurteilen – die Klarapfelernte des feuchten Sommers: Der eine sieht die Schäden an der Ernte und wird missmutig werden. Ein anderer sieht die guten Früchte. Er merkt, wie im „Korb“ letztendlich mehr Früchte übrig bleiben als dies in anderen Sommern der Fall war, in denen es zwar weniger Schadobst, dafür aber wegen der Trockenheit auch nur wenige Früchte gab.
Die Kirche Österreichs gleicht zur Zeit einem Klarapfelbaum: mit guten und schlechten Früchten. Die schlechten sind das Problem. Wer sich bei Äpfeln auskennt weiß, dass man Schimmliges nicht am Baum lassen darf, sonst kann die Ernte des nächsten Jahres schon jetzt Schaden nehmen. Der Apfelbaum Kirche braucht nun Pflege und Reinigung. Es gilt für die Kirche ebenso, was beim Betrachten des Apfelbaumes gilt: Wer sich nur an den Beschädigungen, am Fehlerhaften orientiert, wird die guten Früchte nicht genießen können – und letztere gibt es viele am Apelfbaum Kirche.