Noch weniger bekannt als das Aids-Problem in Südafrika ist die Situation der Aids-Waisen. Auf ihre dramatisch steigende Zahl aufmerksam machen will Sr. Silke Mallmann nun bei der Caritas-August-Sammlung.
Was hilft den Kindern dass sie weiterleben können, selbst wenn sie Vater und Mutter durch Aids verloren haben? Wenn die Frage auch fast wissenschaftlich klingt, für Sr. Silke Mallmann ist sie zur Lebensaufgabe geworden. Seit sie vor vier Jahren nach Durban in Südafrika zog, um sich dem Kampf gegen Aids zu widmen statt sich im Klagenfurter Forschungs- und Beratungszentrum mit Opfern von Gewalt zu beschäftigen. Mittlerweile ist es der Psychologin und Pädagogin gelungen, Selbsthilfegruppen für Aids-Waisen zu entwickeln und 250 freiwillige Helfer und Helferinnen auszubilden: „So bauen die Kinder ein soziales Netz, damit sie überleben können.“ Dabei geht es ebenso um Alltägliches – Wie bekomme ich Sozialhilfe? – als auch Persönliches: Worauf bin ich stolz? Oder was haben meine Eltern mir mitgegeben? „Das sind wichtige Fragen, besonders wenn schon 14-Jährige den Haushalt für mehrere Geschwister führen.“ „Ich wollte in einen Missionsorden“, erzählt Silke Mallmann. Dass die Aachenerin ausgerechnet über Wernberg nach Afrika kam, verdankt sie den Eltern: „In meiner Kindheit sind wir jahrelang in das Missionskloster nach Kärnten auf Urlaub gefahren.“ Und ihre Berufung zur „Missionsschwester vom kostbaren Blut“ hat in Mariannhill, wo bereits jeder dritte Mensch den todbringenden Virus im Blut trägt, eine neue Bedeutung gewonnen: Im Angesicht von Aids trotzdem Leben ermöglichen.