D ie Kirche kommt nicht aus den Schlagzeilen. Wochenlang waren die Vorgänge um das St. Pöltener Priesterseminar Thema breiter Berichterstattung. Kaum ist – Dank der nüchternen und Vertrauen erweckenden Arbeitsweise von Visitator Bischof Klaus Küng – Ruhe eingekehrt, folgt der nächste kirchliche Aufreger. Das Schreiben der vatikanischen Glaubenskongregation „Über die Zusammenarbeit von Mann und Frau in der Kirche und in der Welt“.
Das Dokument war noch nicht veröffentlicht, da wurde es schon zerzaust. Wieder war ein Thema der Kirche in den folgenden Tagen auf den Titelseiten zu finden – manche Schlagzeile davon mehr als oberflächlich.
Nicht, dass eines der angesprochenen Themen unwichtig wäre – aber es droht die Gefahr, dass weiteres „Kirchliches“ jetzt wenig Chance auf Aufmerksamkeit erhält: Es ist der Einsatz der Kirche für aidskranke Menschen. Die Caritas hat die Aids-Hilfe in den Mittelpunkt ihrer Augustsammlung gestellt.
Was Männer und – vor allem – Frauen der katholischen Kirche im Kampf gegen Aids leisten, ist nicht nur einmal im Jahr eine Schlagzeile wert. Ein Viertel aller weltweit von Aids betroffenen Menschen werden in Einrichtungen der katholischen Kirche betreut. Die Kirche sieht darin einen zentralen Auftrag. Nichts drückt das deutlicher aus als das Leitwort, unter das katholische Hilfswerke ihre Aids-Arbeit stellen: „Der Leib Christi hat Aids“.