Immer mehr Menschen nutzen die Öffentlichen Bibliotheken in pfarrlicher Trägerschaft. Die Zahl der Entlehnungen ist im Jahr 2003 wiederum um ein Prozent gestiegen.
In 220 Orten – in rund der Hälfte aller oberösterreichischen Gemeinden – befindet sich eine Öffentliche Bibliothek in Trägerschaft der Pfarre oder gemeinsam mit der Gemeinde. In diesen Bibliotheken wurden im Jahr 2003 von 76.164 BenutzerInnen 1.120.195 Medien entlehnt. Zwölf Prozent der Bevölkerung dieser Orte nutzen die Öffentlichen Bibliotheken. Das ist etwa um ein Fünftel mehr als in großen Städten wie Linz oder Wien. Auffallend ist, dass die Bibliotheksnutzerquote mit sinkender Ortsgröße deutlich steigt. Gemeinden bis zu 2.000 Einwohner/innen haben überdurchschnittlich hohe Entlehnzahlen. Absolute Spitzenreiterin ist die Bibliothek Schiedlberg, wo 44,7% der Bevölkerung im vergangenen Jahr die Bibliothek nicht nur besucht, sondern sich auch etwas ausgeborgt haben. Das Schiedlberger Büchereiteam wurde dafür vom Land anlässlich des Bibliothekstages mit dem „biblio“ ausgezeichnet. Im Spitzenfeld liegen auch Orte wie Oberkappel mit 39% oder Zwettl an der Rodl mit 35% Entlehnungen Ein Charakteristikum der öffentlichen Bibliotheken in pfarrlicher oder gemischter Trägerschaft ist, dass sie beinahe ausschließlich ehrenamtlich geführt werden. Rund 2150 Menschen – in der Mehrzahl Frauen – ermöglichen den Betrieb der Büchereien, das sind um 150 Personen mehr als im Jahr 2002. In den meisten Pfarrbibliotheken werden auch wieder Sommer-Leseaktionen für Kinder – durchgeführt, die vom Land O. Ö. speziell gefördert werden. Wo die Bibliothek der Pfarre und der Gemeinde auch finanziell etwas wert ist, liegt die Nutzerquote im Durchschnitt um die zwanzig Prozent, hat Maria Fellinger-Hauer, Leiterin der diözesanen Bibliotheksfachstelle, erhoben: „Es wäre wünschenswert, wenn die Gemeinden die öffentlichen Bibliotheken auch als öffentliche Aufgabe sehen würden. Mit zwei Euro Unterstützung im Jahr pro Einwohner könnten die Büchereien mit neuester Literatur und Behelfen ausgestatten werden.“