Pfarrer Mag. Thomas Mazur spricht als Don Camillo mit Jesus
Ausgabe: 2004/33, Don Camillo, Linz, Mazur, Predigtstil
10.08.2004
- Heinz Niederleitner
In der Pfarre Linz-Hl. Geist tritt eine große kirchliche Persönlichkeit an den Ambo: Don Camillo. Unter dessen Kutte versucht Pfarrer Thomas Mazur einen neuen Predigtstil.
„Wenn’s passt, dann mach’ ich das so.“ Thomas Mazur schlüpft ein paar Mal im Jahr in den Talar und setzt sich das Birett auf. Seit dem Zweiten Vatikanum ist diese schwarze Kopfbedeckung eines Pfarrers kaum noch in Verwendung und erinnert viele an die alten Don-Camillo-Filme mit Fernandel als streitbaren Pfarrer im Kampf mit dem kommunistischen Bürgermeister Peppone. In diese Rolle schlüpft Thomas Mazur manchmal bei der Predigt, insbesondere im Fasching. „Don Camillo hatte die Angewohnheit, mit Christus zu reden. Und sehr oft hat er eine Antwort bekommen“, heißt es in einem der Filme nach den Büchern von Giovanni Guareschi. Don Camillo ist in der Lage, mit dem Gekreuzigten zu sprechen. Dabei kommen seine menschlichen Schwächen hervor, die er vor Gott bringt. Und Christus hilft ihm, erklärt ihm und stutzt den umtriebigen Pfarrer manchmal zurecht.
Direkter Kontakt mit Jesus
„Mir gefällt der direkte Umgang, in dem Don Camillo mit Jesus spricht“, sagt Thomas Mazur. Wenn es die Evangelienstelle eines Sonntags anbietet oder ein anderes Thema für die Predigt ansteht, schreibt er den Dialog des Don Camillo und schlüpft zur Predigt in dessen Rolle. Dem Ambo gegenüber ist das große Kreuz in der Kirche Hl. Geist angebracht. Jesu Antworten verliest meist ein Mann von der Bank aus.
Positives Feedback
„Man kann diese Dialoge mit großer Prägnanz für ein Thema ausstatten“, erklärt Pfarrer Mazur. „Das bietet sich besonders bei Evangelienstellen an, deren Sinn sich nicht sofort erschließt. Für andere Themen ist diese Methode wenig fruchtbar, weil durch den einfachen Dialogstil die Vielschichtigkeit verloren geht.“ Die Aufmerksamkeit der Zuhörer wird durch die doch etwas ulkige Aufmachung mit Birett erhöht. „Ich bin bisher auf ein sehr positives Echo gestoßen“, sagt Mazur. Besonders beim Schulgottesdienst für die Hauptschule kam die Verkleidung gut an.„Es ist auch eine Möglichkeit, Kindern und Jugendlichen das Beten näher zu bringen, als Gespräch mit Jesus. Das checken auch die Jüngsten. Man sollte das Gebet pflegen“, sagt Mazur. Übernommen hat er die Methode vom Pallotinerpater Jörg Müller. „Die Methode ist gut“, ist er überzeugt.