Die Katholische Arbeitnehmerbewegung OÖ besuchte die baltischen Staaten und erinnerte damit an das Gebetsversprechen, das die KAJ vor fünfzig Jahren in Mariazell gegeben hatte.
Die Beziehung der Diözese Linz zur Kirche in Estland, Lettland und Litauen nahm 1954 in Mariazell ihren Anfang: Bei einem Treffen der Katholischen Arbeiterjugend Österreichs (KAJ) übernahm jede österreichische Diözese eine Gebetspatenschaft für ein Land, das unter der kommunistischen Herrschaft litt. Die Vertreter der Diözese Linz gaben das Gebetsversprechen für die baltischen Staaten ab. Viele Jahre pilgerten junge Leute monatlich auf den Pöstlingberg, um für die Befreiung dieser Länder zu beten. Da nun diese Staaten schon über zehn Jahre frei sind und seit Mai auch der Europäischen Union angehören, war es nahe liegend, eine Reise ins Baltikum zu unternehmen, um bestehende Kontakte zu vertiefen und neue zu knüpfen. Neben der wunderschönen Landschaft und den nun wieder renovierten Städten beeindruckten vor allem auch die Begegnungen mit dem Bischof von Siauliai, dem lettischen Kardinal, Politikern und engagierten Leuten der christlichen Basis. Dabei wurde bewusst, wie viel Nachholbedarf in sozialer Hinsicht in diesen Ländern besteht. Mit 200 bis 300 Euro Monatslohn – soviel verdient ein Lehrer – kann man kaum leben. Mehrere Jobs müssen angenommen werden, wenn es sie gibt. Zehn bis zwölf Prozent Arbeitslosigkeit in diesen Ländern ist offiziell, die Dunkelziffer ist um einiges höher. Die Erwartungen an die EU sind derzeit noch groß, aber die ersten Enttäuschungen müssen bereits verkraftet werden. Wichtig ist diesen Ländern vor allem aber, dass sie nun endlich frei sind und ihre lang vermisste Unabhängigkeit erhalten haben. Die KAB Oberösterreichs lässt die begonnenen Kontakte nicht abreißen und möchte von der langjährigen Patenschaft zu einer Partnerschaft mit Menschen dieser drei Länder kommen.