Das wünschen sich Jüdinnen und Juden jedes Jahr beim Pessach-Fest. Der Zionstraum, der sich durch Jahrhunderte jüdischer Geschichte hindurchzog, begann mit der Zionistischen Bewegung im 19. Jahrhundert Wirklichkeit zu werden. Theodor Herzl schrieb nicht nur die Denkschrift „Der Judenstaat“, sondern verfasste auch eine Utopie in Romanform. „AltNeuLand“ heißt das 1902 erschienene Buch. In ihm entwirft Herzl die Vision eines Palästina, in dem Juden, Muslime und Christen friedvoll, fortschrittsbewusst und liberal zusammenleben können. Nationalismus jedweder Art lehnt Herzl darin ab. 1948 wurde Herzls Traum Wirklichkeit, der Staat Israel wurde ausgerufen. An Herzls hohem Maßstab darf man den heutigen Nahen Osten nicht messen. Er rechnete nicht mit menschlichem Versagen, an dem die Lage im Nahe Osten krankt.
Th. Herzl: AltNeuLand. Ein utopischer Roman. Neu herausgegeben 2004 bei BoD, Preis: Euro 18,80.
Von Kant bis zur Karotte
Textminiaturen – Gedichte und Aphorismen – hat Eva Fischer, eine Autorin aus Oberösterreich, in ihrem zweiten Band „und überhaupt“ veröffentlicht. Urlaubsvisionen und Alltagssituationen greift sie darin auf.Witzig, spritzig sind ihre Texte, die die Welt von Kirchberg (Heimatort der Autorin) bis Königsberg (Immanuel Kant lebte dort) umfassen. Die kleine Welt zu Hause nimmt sie ernst, immer wieder macht sie aber den Versuch, die Grenzen der verschiedenen Welten – vom Haushalt bis zum Kunstbetrieb – zu sprengen. Die überraschenden Wendungen in Fischers Werk sind verblüffend und geben den Texten etwas Unbeschwertes, Leichtes.
Eva Fischer, und überhaupt, Textminiaturen, Verlag Bibliothek der Provinz 2003, Preis Euro 15,–.