Als Wirtschaftsfachfrau und Christin ist Gertrude Pühringer überzeugt: Wir brauchen eine neue Form des Wirtschaftens. In der Fokolar-Bewegung fand sie ein faszinierendes Modell.
Schon in früher Jugend habe sie die Ungerechtigkeit in der Welt, die Kluft zwischen Armen und Reichen, die Ausbeutung der Menschen und der Natur sehr betroffen gemacht, erzählt Gertrude Pühringer. „Viele meiner Bekannten haben daher auch gemeint, ich würde etwas im Sozialbereich machen und waren erstaunt, dass ich ausgerechnet Handelswirtschaft studiert habe.“ Neben dem Interesse an ökonomischen Zusammenhängen habe sie diesen Weg auch deshalb eingeschlagen, „weil ich mir gedacht habe, dass gerade in der Wirtschaft Menschen mit einer sozialen Ader vonnöten wären.“ Und wenn heute selbst Industriebosse ein sozial- und umweltverträglicheres (nachhaltiges) Handeln fordern, dann zeige das doch, dass einiges im Argen liege.Gertrude Pühringer fasziniert seit Jahren ein Wirtschaftsmodell, das den Menschen in den Mittelpunkt stellt, weil es vom Evangelium her gelebt wird. Durch die Fokolar-Bewegung, mit der sie seit ihrer Kindheit verbunden ist, hat sie das Projekt „Wirtschaft in Gemeinschaft“ kennen gelernt. Vor sechs Jahren hat sie darüber ihre Diplomarbeit geschrieben und gesehen, was es im konkreten Alltag eines Unternehmens bedeutet, wenn zuerst der Mensch und nicht der Profit, das Geben und nicht das Haben kommen. Gemeinsam mit ihren Mann Karl versucht sie, auch in Österreich für diese Idee den Boden zu bereiten.