Über-brücken ist eine mit dem Solidaritätspreis der Kirchenzeitung ausgezeichnete Initiative (Bild links, Foto Kaspar), die Asylwerber und anerkannte Flüchtlinge der Region um Ottensheim unterstützt. Bei einem Fest am 13. Mai in Ottensheim vermittelten Menschen ausländischer Herkunft ihre Kultur (Bild rechts ein Afghane beim Teppichknüpfen, Foto Freisleben).
„Wir möchten arbeiten. Wir wollen keine Almosen“, wünschen sich viele Asylwerber.
Den Wunsch nach Arbeit hat auch August Schwantner, der die Ottensheimer Asylantenhilfe koordiniert, schon oft gehört. Aber in diesem Punkt ist auch er meist machtlos. Außer für kleine Aushilfsarbeiten, etwa auf der Gemeinde, sagen die Gesetze meist: Nein!
Sprachkurse
Im Februar 2004 wurden mehr als 20 Asylwerber im Rodlhof nahe Ottensheim dank einer Initiative der Gemeinde untergebracht. Die Asylwerber waren versorgt, Betreuung gab es aber keine. August Schwantner sprang hier als einer der Ersten helfend ein. Er organisierte einen Deutschkurs im Ort. Später beschaffte der vor allem durch die Einbindung des Sozialkreises der Pfarre auf mehr als zehn Personen angewachsene Helfer/innen-Kreis Fahrkarten für öffentliche Verkehrsmittel. Damit war der Besuch von Deutschkursen in Linz möglich. Viele Gemeindebürger/innen zogen und ziehen an einem Strang, auch die Gemeindevertretung, und laden die Asylanten zu kulturellen, sozialen und sportlichen Veranstaltungen ein. Die Hilfsplattform steht damit auf vielen Füßen und trägt seit etwa eineinhalb Jahren Freude, Sorgen, Ängste und Hoffnungen der bisher insgesamt 40 Asylwerber mit. Sie lässt sich auch von unausbleibbaren Enttäuschungen nicht aus dem Gleis werfen.
Regional vernetzt
Im Herbst 2004 vernetzte sie sich mit Waldinger und Goldwörther Gleichgesinnten in der überörtlichen Initiative „über-brücken“, um nachhaltige Integration zu erleichtern. Es gilt, schwierige Situationen durch Solidarität zu überbrücken. Die Initiative wurde Mitte Mai mit dem Solidaritätspreis der Kirchenzeitung ausgezeichnet. Die Hilfe war und ist umfassend. So besorgte die Gruppe Computer und Lernspiele, um den Flüchtlingen das Deutsch-Lernen zu erleichtern. Flüchtlingen, die nach positivem Asylbescheid in eine Wohnung umziehen konnten, unterstütze die Ottensheimer Initiative bei der Beschaffung, Adaptierung und Einrichtung einer Wohnung. Die Asylwerber werden bei Behördengängen begleitet und haben in den Helfer/innen Ansprechpartner bei vielen Fragen und Problemen. Vor allem bedeutete das viele ehrenamtliche Stunden. Natürlich aber brauchte es auch Geld, das von der Pfarrcaritas und mehreren Spenden kam.
Auch Schulen machen mit
„Über-brücken“ wird u. a. mitgetragen von den Ottensheimer Schulen, die von Kindern aus dem Caritas-Asylhaus in Rottenegg besucht werden. Ottensheim ist um Integration bemüht. Das bewiesen auch das multikulturelle Fest am 13. Mai und die Auktion von Kunstwerken unter dem Titel „Kunst hilft überbrücken“ am 20. Mai. Diese halfen mit, Distanzen zu „über-brücken“ und Überbrückungshilfen finanzieren zu können (Sozialfonds, Schulfonds).
Zu lange Asylverfahren
Die eingangs erwähnte Hoffnung aber kann auch „über-brücken“ nicht stillen: Arbeit! Dringend wären auch kürzere Asylverfahren. Beides ist für Asylwerber zur Zeit ein kaum erfüllter Wunsch. Auch der oö. Soziallandesrat Josef Ackerl kritisiert die lange Dauer der Asylverfahren: Dadurch wird auch der Arbeitsmarkt noch deutlich schwerer zugänglich.