Ausgabe: 2005/21, Ernste Warnung, Patientenverfügung, eine kleine Marke, Dalai Lama
25.05.2005
Ernste Warnung
„Recht und Würde im Alter“ war das brisante Thema der Österreichischen Richterwoche vergangene Woche. Dabei machte die Präsidentin der Richtervereinigung, Barbara Helige, deutlich, dass die Richter der vom Gesundheitsministerium geplanten „Patientenverfügung“ sehr skeptisch gegenüberstehen. Dabei handelt es sich um eine Willenserklärung eines Menschen über die medizinische Behandlung für den Fall, dass er als Patient nicht mehr entscheidungsfähig ist. Wenn hier keine klaren Grenzen über die Reichweite einer derartigen Verfügung eingezogen werden, gerate man sehr rasch in die Nähe der absolut abzulehnenden aktiven Sterbehilfe, warnt Helige. Man sollte im Gesundheitsministerium diese ernste Warnung hören und die Tür zur Euthanasie auch nicht einen Spalt breit öffnen.
Hans Baumgartner
Eine kleine Marke
„Die Post, um gute Kontakte bemüht.“ Damit hat die Post einmal für sich geworben. Doch seit den Wellen von Postamtschließungen – bis Ende Juli sperren weitere 310 zu – scheint der Spruch von den guten Kontakten nicht mehr so zu stimmen, wenigstens hierzulande. Darum ist der heimische Briefzusteller um gute Kontakte im Ausland bemüht. Wenn schon Österreich nur wenig gewinnbringende Regionen hat, warum nicht gleich nach China gehen. Als Vorleistung für die guten Kontakte wird jeder Hauch vermieden, den die Herren in Peking als regimekritisch auffassen könnten. Wie wäre es sonst zu erklären, dass die Post den Druck einer privaten Briefmarke ohne Angabe von Gründen ablehnt? Nur weil damit 20.000-mal das Bild des Dalai Lama in alle Welt verschickt werden könnte?