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An Doppler für d’Musi

Viele Jugendliche machen in Vereinen die erste Bekanntschaft mit Alkohol
Ausgabe: 2005/21, Alkohol, Musik, Doppler, Jugendliche, Vereine, Hummer, Wiesinger, Hirsch, Altenfelden, Strohheim, St. Marienkirchen
25.05.2005
- Christian Ortner
Vereine fördern die Begabungen von Jugendlichen und beleben den Gemeinschaftssinn. Eine Schattenseite: Viele haben dort ihren ersten Rausch.

Die U16-Nachwuchsmannschaft ist Meister. Da zahlt der Obmann des Fußballvereins seinen Burschen gern einen Doppelliter Bier.
Den jungen Feuerwehrlern ist noch schlecht von den vielen Red Bull/Vodka vom Vorabend. Das Feuerwehrfest war umwerfend.
Das Maianblasen der Blasmusikkapelle ist schon eine Weile her. Aber die Geschichten über die Schnapserl, die die Jungmusiker in den Häusern bekommen haben, sind immer noch gut.
Feiern gehört zum Vereinsleben dazu. Und Alkohol gehört zum Feiern. Beispielsweise im Bezirk Schärding, wo einer Umfrage des Blasmusikverbandes (BV) zufolge jeder dritte Jugendliche zwischen 13 und 16 Jahren seine ersten Erfahrungen mit Alkohol bei einem Verein macht.
Oft fehle das Bewusstsein der Verantwortlichen, meint BV-Medienbeauftragte Mag. Heidi Höhfurtner. Der BV hat deshalb den Umgang von Jugendlichem mit Alkohol im Bezirk Schärding zum Schwerpunktthema gemacht. Im Vorjahr wurden 72 Festveranstalter von Musikvereinen eingeladen, um Maßnahmen gegen Alkoholmissbrauch von Jugendlichen zu überlegen. Die Hälfte davon ist der Einladung gefolgt.
Für Sepp Bröderbauer, Feuerwehrkommandant in Altenfelden, liegt das Problem tiefer: „Die offentliche Hand unterstützt die Feuerwehrfeste, weil sie dadurch wesentlich finanziell entlastet wird. Wer konsumiert, ist dann ziemlich egal.“Auf Bewusstseinsbildung und Sensibilisierung kommt es an, meint der Leiter des Instituts Suchtprävention in Linz, Christoph Lagemann. Deshalb unterstützt das Institut die soeben angelaufene Kampagne „Weniger ist mehr“ gegen Alkoholmissbrauch der Jungen ÖVP. Lagemann: „Verantwortliche in Vereinen finden das selber nicht lustig, wenn die Jugendlichen herumkugeln.“
Der Ruf der Vereine leidet darunter. „Viele Eltern lassen ihre Kinder lieber Streichinstrumente als Blechblasinstrumente lernen“, klagt Höhfurtner.
Den Vereinen grundsätzlich die Schuld an dem Problem zu geben, greift aber zu kurz. Die Entscheidung zwischen einem gemütlichen Bierchen und einem ausufernden Besäufnis liegt letztendlich bei jedem Jugendlichen selbst.




Archiv.at

Georg Hirsch, 18, Freiwillige Feuerwehr Altenfelden


„Ich bin erst mit 18 zur Feuerwehr gegangen, aber was ich so sehe, ist Alkohol bei uns kein Thema – auch nicht bei den Jüngeren. Wenn wir einmal beisammen sitzen, betreiben wir das nicht exzessiv. Bei anderen Feuerwehren wird nach Bewerben schon ziemlich Gas gegeben. Wir gewinnen nicht oft, drum gibt’s auch nicht viel zu feiern.




Archiv.at

Andrea Wiesinger, 17, Musikverein Stroheim


„Bei den Ausrückungen kommen die Jugendlichen schon in Kontakt mit Alkohol. Ich glaube, dass man bei einem Verein mehr trinkt, als wenn man nicht dabei ist. Wenn man selber nicht will, muss man nicht. Ich trinke auch Alkohol, aber nicht in rauen Mengen. Ich bin Jugendreferentin, und wir haben beschlossen, mehr auf dieses Thema zu achten.“




Archiv.at

Markus Hummer, 17, ASV St. Marienkirchen (Fußball)


„Es gibt schon einige, die öfter etwas trinken, aber da muss man nicht dabei sein. Ich werde auch nicht blöd angeredet. Es ist ziemlich egal, ob man in einem Verein ist oder nicht. Außer, dass man vielleicht mehr Leute kennen lernt, die trinken, und deshalb verleitet ist. Wir werden auch öfter auf ein Getränk eingeladen, aber das kann man auch ablehnen.“


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