Uganda: Sei So Frei stattet Gesundheitsstationen mit Elektrizität aus
Ausgabe: 2005/22, Uganda, Strom, Gesundheit, Sei so frei, Gesundheitsstation
01.06.2005
- Josef Wallner
Elektrischer Strom ist in Europa so selbstverständlich, dass man sich keine Vorstellung macht, was fehlende Elektrizität bedeutet: für die Gesundheitsversorgung von Menschen in Uganda zum Beispiel.
Kinder, die zur Welt kommen wollen, nehmen auf die Tageszeit „keine Rücksicht“. Das ist für Mutter und Kind in der ländlichen Diözese Fort Portal in Ostuganda oft lebensgefährlich: wenn bei der Geburt Komplikationen auftreten und es bereits dunkel ist. Von den zwölf Gesundheitsstationen, die die Kirche betreibt, haben nur drei elektrischen Strom – falls das Netz zufällig einmal funktioniert. Kommen Patienten nachts, wird im Schein von Taschenlampen oder bei Petroleumlicht gearbeitet. Manche Gesundheitsposten werden bei Einbruch der Dunkelheit überhaupt geschlossen: Professioneller Beistand bei komplizierten Entbindungen und erste Hilfe bei Verletzungen bleiben so vielen Menschen verwehrt. Und auch medizinische Selbstverständlichkeiten wie Kühlung von Medikamenten und Impfstoff sind ohne Elektrizität nicht möglich. Mit Hilfe der finanziellen Unterstützung der Aktion Sei So Frei will die Diözese Fort Portal ihre Gesundheitsstationen nun mit Solarpaneelen ausstatten, um Strom erzeugen zu können. (Die Kosten für die Ausrüstung einer Station betragen rund 5.000 Euro). Gemeinsam mit dem Staat, der 24 Sationen betreibt, deckt die Diözese auf einem Gebiet in der Größe von Oberösterreich die Basis-Gesundheitsversorgung für eine Million Menschen ab. Je nach Ausstattung des Postens kommen an die vierzig Menschen täglich, um sich behandeln zu lassen. Stehen in den Gesundheitsstationen auch Betten zur Verfügung – manchmal bis zu zwanzig – sind sie Tag für Tag voll belegt. „Die Solaranlagen bedeuten einen enormen Qualitätsschub für die Gesundheitsstationen der Diözese Fort Portal“, erklärt Georg Sticker, Leiter des Regionalbüros von Horizont 3000 in Uganda. Die neu ausgerüsteten Stationen werden vor allem den Frauen und Kindern zugute kommen. (Das Durchschnittsalter der Frauen liegt im Osten Ugandas derzeit bei vierzig Jahren. In Österreich dagegen 81 Jahre).
Dieser Ausgabe der KIZ liegt ein Zahlschein zur Unterstützung der Gesundheitsstationen in Uganda bei.