Ende 2003 veröffentlichte Ryan Adams ein fulminantes „Love Is Hell“ in zwei Akten, das, entsprechend der Jahreszeit, weihnachtliche Transzendenz und Melancholie versprühte und gleichzeitig Adams größten Wurf markiert. Mit dem Doppelalbum „Cold Roses“ kehrt Ryan Adams zurück. Ein erstes Reinhören erfüllt die hohen Erwartungen nicht: Melodien, die zwar gefallen, aber nicht verzaubern. Ein Album, das irgendwo zwischen Verträumtheit und Belanglosigkeit dahinzuplätschern scheint.Widmet man „Cold Roses“ dann aber mehr Zeit, öffnet sich das Wunderding auf CD 1 zu einem Reigen voll trauriger Romantik und unerfüllter Sehnsucht. Die Songtexte lassen Dämme brechen, aus denen sich Sturzbäche von Tränen ergießen, wenn Adams Zeilen wie „I’m alone and I’m dancing with you now / In your old room, in your old house / In your old room but there is nobody there / Now that you’re gone“ greint. CD 2 kann dann mit den ersten neun Songs nicht mehr ganz mithalten. Doch Versöhnung folgt im finalen „Friends“ mit dem naiven, doch schönen Wunsch „I wish I was the wind / I’d touch your face“. Ryan Adams hat den Blues.
Ryan Adams – Cold Roses (erschienen bei Lost Highway).