Ausgabe: 2005/23, Hanspeter Ruedl, Gerechtigkeit, Frieden, Kommission, Kopf der Woche, Justitia et Pax
08.06.2005
- Hans Baumgartner
Seit 1. Mai ist Hanspeter Ruedl Generalsekretär der Kommission für Gerechtigkeit und Frieden. Die Einigung Europas ist ihm ein besonderes Anliegen.
Der negative Ausgang der Abstimmungen über die EU-Verfassung in Frankreich und den Niederlanden sei ein schwerer Rückschlag für Europa, meint Hanspeter Ruedl. Er sieht darin auch eine Herausforderung an die Kirchen, sich stärker für das „Friedens- und Sozialprojekt“ Europa einzusetzen. Der Fortgang der Einigung Europas interessiert Ruedl schon seit Jahren. Vielleicht auch deshalb, weil der 35-Jährige aus Südtirol stammt, wo Minderheiten- und Nationalitätenkonflikte bis heute nachwirken.
Nach dem Besuch des bischöflichen Gymnasiums in Dorf Tirol bei Meran studierte Ruedl Theologie in Innsbruck. Immer mehr setzte er sich in dieser Zeit, auch als Vorsitzender der Katholischen Hochschuljugend Südtirols, mit dem Verhältnis von Kirche, Religion und Gesellschaft auseinander. Er entschloss sich, noch ein Studium der Politikwissenschaften anzuhängen. Dabei befasste er sich intensiv mit Fragen der europäischen Integration. „Sehr interessant für mich war dann, als Mitarbeiter des Büros der EU-Bischofskonferenzen (ComECE) mitzuerleben, wie die Politik in Brüssel läuft. Es war gerade die Zeit, als die Kirchen vergeblich versuchten, den Gottesbezug in die EU-Verfassung hineinzubekommen“, meint Ruedl.
Seine neue Arbeit bei der Kommission „Justitia et Pax“ (Gerechtigkeit und Frieden) sieht Ruedl als Herausforderung, der gesellschafts- und europapolitischen Stimme der Kirche mehr Profil und Gehör zu verschaffen.